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Videoüberwachung und Datenschutz: Darauf musst Du achten

Wir zeigen Dir, was bei der Videoüberwachung erlaubt ist und wie Du Kameras und Video-Türklingeln datenschutzkonform einsetzt.

Videoüberwachung und Datenschutz gehören zusammen – das lässt sich nicht trennen. Egal ob Du eine Innenkamera oder eine Außenkamera installieren möchtest: Es gibt ein paar wichtige Regeln zu beachten. Wir zeigen Dir, worauf es ankommt und wie Du Dein Zuhause sicher und datenschutzkonform überwachst.

Der rechtliche Rahmen: Was ist erlaubt?

Die gute Nachricht zuerst: Die Videoüberwachung Deines eigenen Grundstücks ist grundsätzlich erlaubt. Niemand kann Dir verbieten, Dein Eigentum zu schützen. Allerdings gibt es ein paar Spielregeln, die Du einhalten solltest.

Deine Pflichten als Kamerabetreiber:in

Sobald Du eine Kamera installierst, greifst Du in die Persönlichkeitsrechte anderer Personen ein – auch wenn diese Dein Grundstück nur betreten. Deshalb musst Du alle Besucher:innen darüber informieren, dass Du eine Videokamera einsetzt. Viele Hersteller legen passende Aufkleber zu ihren Produkten bei. Die sind allerdings nach deutschem Recht nicht ausreichend.

Unser Tipp: Stelle ein gut sichtbares Hinweisschild auf. Das hat gleich zwei Vorteile: Du erfüllst die Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und schreckst potenzielle Einbrecher:innen ab, noch bevor sie aktiv werden.

Auch bei Privatgrundstücken gilt: Sobald durch die Kamera regelmäßig Fremde Personen erfasst werden (z.B. Postbot:innen, Lieferant:innen etc.), muss ein Hinweisschild zu sehen sein, bevor diese das Grundstück betreten. Filmt die Kamera hingegen nur Bereiche, die für Fremde in der Regel nicht zugänglich sind – etwa Deinen Garten hinter dem Haus oder Innenräume – brauchst Du dafür kein Hinweisschild.

Was muss auf dem Hinweisschild stehen?

Ein Schild, auf dem nur so etwas steht wie „Bereich wird Videoüberwacht“ reicht nicht aus um die Videoüberwachung nach den Regeln zum Datenschutz zu kennzeichnen. Seit Inkrafttreten der DSGVO sind die Informationspflichten umfangreicher geworden. Dein Hinweisschild sollte mindestens diese Angaben enthalten:

  • Wer ist verantwortlich? (Dein Name und Kontaktdaten)
  • Warum filmst Du? (z.B. „Schutz des Eigentums“)
  • Rechtsgrundlage (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO)
  • Wo gibt es weitere Infos zu Betroffenenrechten?
  • Kontaktdaten Deines Datenschutzbeauftragten (falls vorhanden)

Die Datenschutzaufsichtsbehörden stellen dafür Mustervorlagen bereit, die Du verwenden kannst. In der Regel benötigst Du ein Schild im DIN-A4-Format, damit alle Informationen gut lesbar sind.

Diese Bereiche darfst Du nicht filmen

Hier wird es wichtig: Deine Kamera darf ausschließlich Dein eigenes Grundstück erfassen. Sobald Du öffentliche Flächen oder das Grundstück Deines Nachbarn bzw. Deiner Nachbarin mitfilmst, wird die Videoüberwachung unzulässig.

Tabu-Zonen für Deine Kamera:

  • Gehwege und Straßen
  • Nachbargrundstücke und fremde Gärten
  • Gemeinsam genutzte Einfahrten
  • Gemeinschaftliche Parkplätze
  • Gemeinsame Zugangswege

Dabei spielt es keine Rolle, ob Du die Aufnahmen speicherst oder nur ein Live-Bild überträgst – bereits die Erfassung dieser Bereiche ist rechtlich problematisch.

Die Grundstücksgrenzen sind Deine Grenze

Die Videoüberwachung Deines eigenen, allein genutzten Grundstücks ist von der Wahrnehmung Deines Hausrechts gedeckt. Das gilt als berechtigtes Interesse im Sinne der DSGVO. Deine Beobachtungsbefugnis endet jedoch grundsätzlich an den Grundstücksgrenzen – das musst Du bei der Kameraausrichtung unbedingt berücksichtigen. Abhilfe kann hier eine Funktion schaffen, mit der Du Bereiche auswählst, die unscharf gestellt werden.

Video-Türklingeln: Das sagt die Rechtsprechung

Gute Nachrichten für alle, die über eine smarte Video-Türklingel nachdenken: Der Bundesgerichtshof hat bereits 2011 entschieden, dass Videokameras, die sich ausschließlich nach dem Klingeln anschalten, grundsätzlich zulässig sind (Urteil V ZR 210/10).

Die Richter stellten fest: Eine Kamera, die nur beim Klingeln für maximal eine Minute ein Bild überträgt, ohne dieses aufzuzeichnen, verletzt die Persönlichkeitsrechte anderer Bewohner:innen nicht. Die Anlage dient primär dazu, Besucher:innen zu identifizieren und über deren Einlass zu entscheiden – das ist legitim.

Wichtig ist dabei, dass wirklich nur beim Klingeln aufgezeichnet wird. Die ereignisbasierte Videoaufzeichnung muss dabei abgeschaltet sein.

Das bedeutet: Filmt die Video-Türklingel einen öffentlich zugänglichen Bereich, etwa ein Treppenhaus oder den Gehweg bzw. die Straße, darf sie nur aufzeichnen, wenn die Klingel betätigt wird. Befindet sich die Türklingel auf Deinem privaten Grundstück, etwa an der Haustür, kannst Du zusätzliche Auslöser (wie die Bewegungserkennung) einschalten. Dann gelten allerdings die gleichen Regeln wie bei allen Kameras: öffentliche Bereiche oder Nachbargrundstücke müssen ausgeblendet oder unkenntlich gemacht sein und Hinweisschilder müssen gut sichtbar platziert werden. Nur so kann argumentiert werden, dass Personen, die das Grundstück betreten (etwa um zu klingeln), über die Aufnahmen informiert sind.

Videoüberwachung im Innenbereich

In Deiner Wohnung oder Deinem Haus kannst Du Kameras problemlos einsetzen. Hier gilt das Hausrecht uneingeschränkt. Wichtig wird es, wenn Du Personal beschäftigst: Babysitter:innen, Haushaltshilfen oder Pflegekräfte müssen ihrer Überwachung ausdrücklich zustimmen. Ohne diese Zustimmung darfst Du sie nicht filmen. Gleiches gilt für Handwerker oder Lieferanten, die Deine Wohnung betreten. Alternativ schaltest Du die Kamera bei Besuch einfach aus.

Noch mehr Infos zum Thema? In unserem Video erklärt Dir ein Rechtsanwalt die rechtlichen Grundlagen noch einmal ausführlich:

Moderne Kameras helfen Dir beim Datenschutz

Die gute Nachricht: Moderne, smarte Videoüberwachung unterstützt Dich aktiv dabei, die Regeln zum Datenschutz einzuhalten. Mit intelligenten Features zeichnen sie nur dann auf, wenn es wirklich nötig ist – das schont nicht nur Deinen Speicherplatz, sondern erfüllt auch die Anforderungen der Datenminimierung.

Intelligente Bewegungserkennung macht den Unterschied

Aktuelle Kameramodelle setzen auf fortschrittliche Bewegungssensoren, die zwischen verschiedenen Objekten unterscheiden können. Das bedeutet: Deine Kamera reagiert nicht auf jeden Baum, der im Wind wankt, oder jede vorbeilaufende Katze. Stattdessen erkennen die Systeme gezielt Personen, Fahrzeuge und Tiere – und können entsprechend unterschiedlich reagieren.

Das bringt Dir konkrete Vorteile:

  • Weniger Fehlalarme durch Äste, Schatten oder Tiere
  • Gezielte Benachrichtigungen nur bei relevanten Ereignissen
  • Weniger Speicherbedarf durch reduzierte Aufnahmen
  • Bessere Übersicht über tatsächliche Sicherheitsereignisse

Aktivitätszonen: Du bestimmst, wo gefilmt wird

Mit sogenannten Aktivitätszonen definierst Du präzise, welche Bereiche Deine Kamera überwachen soll. Du markierst einfach in der App die relevanten Zonen – etwa den Eingangsbereich oder die Garageneinfahrt. Bewegungen außerhalb dieser Zonen ignoriert die Kamera.

Das ist besonders praktisch, wenn Dein Grundstück an öffentliche Wege grenzt: So stellst Du sicher, dass nur Dein Eigentum erfasst wird und nicht versehentlich der Gehweg mitgefilmt wird.

Bei manchen Modellen kannst Du sogar Bereiche unscharf stellen. So ist es auch kein Problem, wenn das eigentliche Sichtfeld der Kamera einen Bereich erfasst, der nicht gefilmt werden darf.

Geräuscherkennung für mehr Sicherheit

Viele moderne Kameras können nicht nur sehen, sondern auch hören. Sie erkennen verdächtige Geräusche wie zerbrechendes Glas oder Alarmanlagen und informieren Dich sofort. In Kombination mit der Bewegungserkennung erhältst Du so ein umfassendes Bild der Situation.

Thermische Sensoren und KI-Unterstützung

Besonders fortschrittliche Modelle nutzen thermische Sensoren, um zwischen Lebewesen und unbelebten Objekten zu unterscheiden. In Kombination mit KI-gestützter Personenerkennung arbeiten diese Kameras äußerst präzise und reduzieren Fehlalarme auf ein Minimum.

So nutzt Du Deine Videokamera richtig

Wenn Du die datenschutzrechtlichen Anforderungen beachtest, wird Deine smarte Videokamera zu einem wertvollen Teil Deines Sicherheitskonzepts. Du kannst jederzeit von unterwegs auf das Live-Bild zugreifen und erhältst im Ernstfall sekundenschnell eine Benachrichtigung. So genießt Du Deinen Theaterbesuch oder Urlaub mit einem beruhigten Gefühl.

Unsere wichtigsten Datenschutz-Tipps zur Videoüberwachung

Damit Du auf der sicheren Seite bist, haben wir die wichtigsten Regeln für Dich zusammengefasst:

1. Überwache nur Dein Eigentum: Achte bei der Installation darauf, dass keine öffentlichen Flächen oder Nachbargrundstücke im Kamerabild auftauchen. Im Zweifelsfall lieber den Aufnahmewinkel etwas enger wählen.

2. Informiere sichtbar und umfassend: Bringe gut lesbare Hinweisschilder mit allen erforderlichen Informationen an. Die Schilder sollten bereits erkennbar sein, bevor jemand den überwachten Bereich betritt.

3. Nutze Aktivitätszonen gezielt: Definiere in der App genau die Bereiche, die für Deine Sicherheit relevant sind. So vermeidest Du, dass unnötige Aufnahmen entstehen.

4. Begrenze die Speicherdauer: Lösche Aufnahmen nach 48 bis 72 Stunden, wenn Du sie nicht mehr benötigst. Das entspricht den Empfehlungen der Datenschutzbehörden und reduziert Dein Risiko.

5. Sichere Deine Daten konsequent: Schütze die Aufnahmen vor unbefugtem Zugriff durch Verschlüsselung und sichere Passwörter. Verwende für Deinen Kamera-Account niemals Standardpasswörter.

6. Informiere Haushaltsmitglieder und Personal: Alle Personen, die regelmäßig in Deinem Haushalt sind, sollten über die Videoüberwachung Bescheid wissen. Bei Personal ist eine ausdrückliche Zustimmung erforderlich.

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Diese Features bieten moderne Überwachungskameras

Du fragst Dich, welche Funktionen für Dich wichtig sind? Wir geben Dir einen Überblick über die wichtigsten Features moderner Sicherheitskameras:

Bewegungssensoren: Aktivieren die Aufnahme nur bei tatsächlicher Bewegung – das spart Speicherplatz und Energie.

Geräuscherkennung: Erkennt verdächtige Geräusche wie zerbrechendes Glas, bellende Hunde oder Alarmsignale und alarmiert Dich sofort.

Objektunterscheidung: Unterscheidet zuverlässig zwischen Personen, Tieren und Fahrzeugen – für weniger Fehlalarme.

Aktivitätsbereiche: Du definierst Zonen, in denen Bewegungen registriert werden sollen – alles andere wird ignoriert.

Privatspährebereiche: Ist auf dem Kamerabild ein Teil des Nachbargrundstücks oder der Straße zu sehen, kannst Du diese Bereiche unkenntlich machen. So entspricht die Überwachung wieder den rechtlichen Anforderungen.

Nachtsicht: Klare Aufnahmen auch bei völliger Dunkelheit dank Infrarot-Technologie. Bei vielen Modellen klappt das mittlerweile sogar in Farbe.

Zwei-Wege-Audio: Sprich mit Personen vor Deiner Kamera – praktisch für Paketboten oder Besucher:innen.

Flexible Speicherung: Wähle je nach Modell zwischen Cloud-Speicherung oder lokaler Speicherung auf SD-Karte oder Festplatte.

Smart Home Integration: Verknüpfe Deine Kamera mit anderen Smart Home Geräten für automatisierte Sicherheitsszenarien.

Noch mehr Infos rund um Videoüberwachung

Du möchtest Dich weiter über Videoüberwachung und Datenschutz informieren? Wir haben noch mehr Ressourcen für Dich:

Video-Tutorial: Do’s and Don’ts der Videoüberwachung: In diesem Video erklärt Dir ein Rechtsanwalt, was bei der Videoüberwachung erlaubt ist und was nicht:

Sicherheit und Datenschutz im Smart Home: Erfahre in unserem ausführlichen Ratgeber, wie Du Deine Privatsphäre im Smart Home schützt, was es beim Datenschutz zu beachten gibt und welche Sicherheitsmaßnahmen wirklich wichtig sind.

Die besten Außenkameras im Vergleich: Du bist auf der Suche nach der passenden Kamera für Dein Zuhause? In unserem großen Vergleich der besten Überwachungskameras für draußen stellen wir Dir aktuelle Top-Modelle vor und helfen Dir bei der Auswahl.

Unser Fazit: Sicherheit und Datenschutz im Einklang

Videoüberwachung und Datenschutz müssen sich nicht widersprechen. Mit den richtigen Maßnahmen schützt Du Dein Zuhause effektiv und respektierst gleichzeitig die Rechte anderer Personen. Die wichtigsten Grundregeln: Filme nur Dein eigenes Grundstück, informiere transparent über die Überwachung und nutze die intelligenten Features moderner Kameras.

So wird Deine Überwachungskamera zu einem wertvollen Baustein in Deinem Sicherheitskonzept – rechtlich auf der sicheren Seite und technisch auf dem neuesten Stand.


Der Inhalt dieser Website dient lediglich der Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für juristische Fragen zum Thema Videoüberwachung und Datenschutz im Einzelfall kontaktiere bitte einen zugelassenen Rechtsanwalt bzw. eine zugelassene Rechtsanwältin Deiner Wahl. Die eingestellten Informationen wurden sorgfältig geprüft. Für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernimmt tink jedoch keine Haftung.

Marc
Marc
Marc ist seit 2019 bei tink und hat seitdem schon diverse Testberichte geschrieben. Sein Smart Home besteht überwiegend aus Produkten von Google, tado° und Philips Hue. Aber auch die Sonos-Lautsprecher haben es ihm angetan. Dank Matter erweitert er sein Ökosystem jetzt auch um eve, Aqara & Co.

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