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Das war die Google I/O

Nach zwei Jahren Pause fand erstmals wieder die Google I/O im Shoreline Amphiteater in Kalifornien statt. Neben diversen Updates für Google-Services und den neuesten Fortschritten auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz wurden auf der zweistündigen Keynote auch neue Pixel-Geräte angekündigt.

Wenig überraschend hat Google das Pixel 6a vorgestellt. Das Budget-Smartphone ist quasi ein abgespecktes Pixel 6 für knapp 100 Euro weniger. Darin stecken die bewährten Kamerasensoren der letzten Pixel-Generationen, die aber dank des hauseigenen Tensor-Chips einen deutlichen Schub in der Bildqualität machen dürften. Da der Chip derselbe ist, der auch in den Flaggschiff-Modellen steckt, dürften wohl auch die meisten Features aus dem Pixel 6 enthalten sein. Die einzigen Abstriche neben den Kameras scheinen das niedriger auflösende Display sowie sechs statt acht Gigabyte Arbeitsspeicher zu sein. Das Pixel 6a erscheint in diesem Sommer und wird 459 Euro kosten.

Auch das Design der nächsten Generation des Google-Smartphones wurde schon gezeigt. Das Pixel 7 wird die Kameraleiste beibehalten, allerdings wird diese nun zusammen mit dem Rahmen aus einem einzigen Metallteil gefertigt. Zusammen mit einem Rücken aus Soft-Touch-Glas wirkt das ganze wie eine luxuriöse Version des Pixel 6. Noch im Herbst dieses Jahres soll das Pixel 7 erscheinen.

Pixel Buds Pro erscheinen noch diesen Sommer

Deutlich interessanter dürften für viele die Pixel Buds Pro sein. Erstmals bringt Google damit True Wireless-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung heraus. Dabei sollen eigens entwickelte Chips und Treiber zum Einsatz kommen, die Geräusche mithilfe künstlicher Intelligenz noch effektiver herausfiltern. Sollte das tatsächlich so gut funktionieren, könnte hier ein echter AirPods-Killer ins Haus stehen. Die Pixel Buds Pro kosten 219 Euro, bieten 31 Stunden Akkulaufzeit (mit Lade-Case) und sollen noch in diesem Sommer erscheinen.

Pixel Watch offiziell angekündigt

Nach einigen Leaks in den letzten Wochen wurde nun auch endlich die Pixel Watch offiziell angekündigt. Das Google-typische skandinavische Design dürfte für viele eine willkommene Abwechslung zu den eckigen Uhren von Apple, Fitbit und Co. sein. Apropos Fitbit: Hier macht sich die Übernahme durch Google bezahlt. In der Pixel Watch werden wohl die bewährten Sensoren der Fitbit-Modelle enthalten sein. Google setzt hier auf eine starke Integration der Marke – so werden wohl auch die Fitness-Features über die Fitbit App laufen. Anders als bisherige Fitbit-Modelle wird die Pixel Watch allerdings mit Wear OS laufen, das schon auf Samsungs Galaxy Watch überzeugen konnte.

Technische Details hat Google jedoch nicht genannt. Bekannt ist nur, dass die Pixel Watch eine haptische Krone hat – ähnlich wie die Apple Watch. Ob sie technisch mit dieser mithalten kann, wird sich aber erst im Herbst zeigen. Dann soll sie zusammen mit dem Pixel 7 erscheinen.

Matter startet noch in diesem Jahr – Google ist bereit

Dieses Jahr wird mit Matter die Zukunft des Connected Home an den Start gehen. Google bereitet seine Geräte bereits mit Softwareupdates auf den neuen Kommunikationsstandard vor. Matter wird die Plattformen öffnen, damit kompatible Geräte unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren können. Somit fällt die Beschränkung auf einzelne Ökosysteme endlich weg. Wie das funktioniert, erfährst Du in diesem Beitrag.

Kampfansage an Apple: Die Google Wallet

Apple-Nutzer:Innen kennen es seit Jahren; nun kommen auch Android-Nutzer in den Genuss einer digitalen Brieftasche – die Google Wallet kommt. Das Ziel ist ambitioniert: Nicht weniger als das komplette Portemonnaie soll durch die App ersetzt werden. Ist die Kreditkarte einmal gespeichert, kann einfach über das Telefon per NFC an der Kasse gezahlt werden. Wie schon bei der Apple Wallet können aber auch hier Kunden- oder Bonuskarten, Tickets und mehr gespeichert werden. Künftig sollen sogar Personalausweis oder Führerschein digital in der Google Wallet zur Verfügung stehen. In den USA soll das noch in diesem Jahr möglich sein. Google ist aber bereits im Gespräch mit Behörden auf der ganzen Welt, damit künftig alle die Geldbörse guten Gewissens zu Hause lassen können.

In Deutschland wird die Google Wallet übrigens in einem baldigen Update die Google Pay App ersetzen. Unterstützt werden zum Launch Visa und Mastercard, Kundenkarten, Veranstaltungs- und Reisetickets, Studentenausweise, Impfnachweise und sogar digitale Autoschlüssel.

Neue Funktionen für Google Assistant – zunächst nur in den USA

Neben der ganzen Hardware wurde auch viel über Verbesserungen am Google Assistant gesprochen. So sollen künftig bestimmte Sprachbefehle ganz ohne das “Hey Google” funktionieren. So wird es noch intuitiver, über den Sprachassistenten beispielsweise das Licht zu steuern. Die Funktion wird vorerst nur im englischen Sprachraum verfügbar sein. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis derartige Features auch zu uns überschwappen.

Mit einem Nest Hub Max ist es jetzt außerdem möglich, über Blickkontakt mit der integrierten Kamera den Sprachassistenten direkt anzusprechen. So muss der Nutzer kein einziges Mal “Hey Google” sagen. Der Nest Hub Max ist in Deutschland leider nie erschienen. Allerdings ist er auch schon einige Jahre alt – ein Zeichen dafür, dass ein Nachfolger kommen könnte? Wir werden sehen.

Überhaupt soll Google Assistant noch weiter verbessert werden. Schon jetzt ist Google Assistant der intelligenteste aller Sprachassistenten. Künstliche Intelligenz und Deep-Learning-Algorithmen sollen den Sprachassistenten noch weiter von der Konkurrenz abheben. Auch Googles eigener Tensor-Chip, der bereits auf den Pixel Smartphones zum Einsatz kommt, soll bei der Weiterentwicklung eine wichtige Rolle spielen. Wir sind gespannt.

Eine sehr sehenswerte Google I/O

Das war noch immer nicht alles, was auf der Google I/O vorgestellt wurde. Es gab noch so viel mehr Interessantes zu sehen. Wir könnten noch von der vollständig dreidimensionale Städteansicht in Google Maps erzählen. Den virtuellen Touren durch Restaurants. Neuen Produktfilter in Google Lens, mit deren Hilfe man in einem vollen Supermarktregal genau das Produkt findet, das man sucht. Wie man künftig nur mit einem Foto einer Mahlzeit herausfindet, bei welchen Restaurants in der Nähe diese auf der Karte steht. Sogar das Pixel Tablet wurde kurz für nächstes Jahr angeteasert.

Wir könnten auch davon berichten, wie ernst Google Inklusivität nimmt und sicherstellen will, dass jede:r sich mit den Ergebnissen einer Bildersuche repräsentiert fühlt. Und ganz nebenher hat Google auch diverse Maßnahmen eingeführt, die Apple den Rang als privatsphärefokussiertes Unternehmen ablaufen könnten. All das würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen. Die Google I/O Keynote ist wirklich sehenswert. Wer keine zwei Stunden Zeit hat, kann sich auch eine auf 12 Minuten komprimierte Version anschauen.