back to top
Mittwoch, September 23, 2026
shop
StartNews & TrendsTrends & TechnologienInduktives Laden fürs E-Bike: Tiler holt sich das Patent auf seine Ladeplatte

Induktives Laden fürs E-Bike: Tiler holt sich das Patent auf seine Ladeplatte

Tiler bekommt ein Patent auf seine Ladeplatte fürs E-Bike. Das Unternehmen erklärt die Technik selbst als größere Version dessen, was schon in Deinem Handy-Ladegerät und Deiner Zahnbürste steckt.

Kabelloses Laden hat einst bei Deiner elektrischen Zahnbürste angefangen. Danach hat es Dein Handy übernommen. Jetzt klopft dasselbe Prinzip an Deinem E-Bike an: Das niederländische Unternehmen Tiler hat diese Woche ein europäisches Patent auf seine Ladeplatte erhalten. Ein guter Moment, um zu zeigen, wie sich induktives Laden auch beim E-Bike immer weiter verbreitet.

Was das Patent genau abdeckt

Es geht um ein Patent auf ein „kontaktloses Ladesystem zum Laden eines Elektrofahrzeugs“. Diese Formulierung deckt mehr ab als nur E-Bikes. Sie schützt die Kerntechnologie, mit der Tiler seine Ladeplatten baut.

Die Idee selbst ist simpel. Dein Fahrrad bekommt einen speziellen Ständer. Stellst Du diesen Ständer auf die Ladeplatte im Boden, beginnt das Laden automatisch. Kein Kabel, kein Stecker, kein loser Akku-Block, den Du erst drinnen anschließen musst.

Induktives Laden: Dasselbe Prinzip wie bei Deiner Zahnbürste

Die Gründer Olivier Coops und Joris Koudijs haben das selbst schon erklärt, als ihr Unternehmen damals in den Nachrichten war. Ihre Ladeplatte funktioniert auf ungefähr dieselbe Weise wie eine elektrische Zahnbürste oder ein kabelloses Handy-Ladegerät: Energie springt zwischen zwei Spulen über, ohne dass physischer Kontakt nötig ist. Damit ist die Ladeplatte im Grunde nur ein weiteres, größeres Beispiel für induktives Laden im Alltag.

Der Unterschied liegt vor allem im Maßstab. Eine Zahnbürste braucht ein paar Watt. Ein Handy braucht einige Dutzend Watt. Ein E-Bike-Akku braucht deutlich mehr Leistung, über eine größere Distanz zwischen den Spulen. Dieselbe Grundphysik, einfach hochskaliert für einen schwereren Akku.

Ein turbulentes Jahr: von der Insolvenz zum Neustart

Tiler stammt ursprünglich aus der Feder der TU Delft, wo das Unternehmen 2019 gegründet wurde. Im Februar 2026 ging es insolvent. Der Grund: zu hohe Investitionskosten und ein Produktionspreis, der sich für die Fahrradbranche nicht rechnete. Zu diesem Zeitpunkt standen bereits zwischen 200 und 300 Ladeplatten der ersten Generation im Einsatz – zusammen gut für mehr als eine Million Ladekilometer.

Einen Monat später folgte der Neustart. Eine Investition von Holland Bikes machte das mit möglich. Das französisch-niederländische Verleih- und Vertriebsunternehmen hat unter anderem Standorte in Frankreich und New York. Die neue Generation heißt Tiler Compact: dünner, günstiger und erstmals von den Nutzern selbst installierbar, ganz ohne Techniker. Mehr als hundert Fahrradläden unterschrieben innerhalb kurzer Zeit für eine Vorbestellung. Die ersten Lieferungen sind für das vierte Quartal 2026 geplant.

Warum das auch für Leihfahrräder interessant ist

Tiler richtet sich nicht nur an einzelne E-Bike-Besitzer. Verleihfirmen und Bikesharing-Anbieter sind eine ebenso große Zielgruppe. Eine Ladeplatte erzwingt nämlich ein ordentliches Parkverhalten: Stellst Du das Rad richtig auf seinen Ständer zurück, lädt es sofort auf. Das erspart einem Bikesharing-Unternehmen die Mühe, leere Räder einzeln einzusammeln und zu einem Ladepunkt zu bringen.

Um das zu erreichen, will Tiler am liebsten mit möglichst vielen Fahrradmarken zusammenarbeiten. So wird die nötige Technik einfach zum Standard in neuen Fahrrädern. Das ist genau der Trick, mit dem Qi einst zum Standard für kabelloses Laden von Handys wurde: nicht eine Marke, die ihre eigene Insel baut, sondern eine Technologie, die überall drinsteckt – sodass Du nie prüfen musst, ob Dein Gerät überhaupt kompatibel ist.

Induktives Laden: Was Du heute schon nutzen kannst

Auf induktives Laden für Dein E-Bike musst Du noch bis Ende 2026 warten. Die Grundidee dahinter – Energie kabellos übertragen, ganz ohne Stecker – kannst Du heute schon im Kleinen bei Dir zu Hause haben. Der Zens Magnetic Nightstand Charger und die Anker MagGo 3-in-1-Ladestation arbeiten nach genau demselben Grundprinzip wie Tilers Ladeplatte. Nur eben für Dein Handy, Deine Uhr und Deine Kopfhörer statt für Dein Fahrrad.

Das komplette Angebot an Geräten für induktives Laden findest Du in unserer Kategorie für Powerbanks & Ladegeräte auf tink.de.

Thomas
Thomas
Thomas arbeitet bereits seit einigen Jahren bei tink, hat aber kürzlich auch den Schritt zum Blog gewagt, um seine Erfahrungen aus der Praxis zu teilen. Als echter Gadget-Freak erklärt er die modernsten Smart-Home-Lösungen auf leicht verständliche Weise. Sein gesamtes Haus basiert auf einem Apple Home-Ökosystem, und er automatisiert seine Abläufe gerne mit den intelligenten Sensoren von Eve. Derzeit testet er ausgiebig das neueste Multiroom-Audiosystem von Sonos und testet, wie intelligente Türschlösser von Nuki seinen Alltag erleichtern.

VW Mission Efficiency: Das sparsamste Elektroauto der Welt?

Volkswagen hat einen Prototyp vorgestellt, der gleich drei Weltrekorde auf einen Schlag bricht – und das Besondere daran: Es ist kein exotisches Laborprojekt. VW...

Smart-TV Datenschutz: Warum Dein Fernseher auch im Standby mithört

Ein Fernseher, der heimlich Dein WLAN-Netzwerk scannt, Dein Smartphone und Deinen smarten Thermostat aufspürt und sogar mithört, während der Bildschirm schwarz ist: Das klingt...

Elektromobilität Basiswissen: Elektroauto laden einfach erklärt

Elektromobilität liegt absolut im Trend: laut Angaben von Statista stieg die absolute Anzahl der Neuzulassungen von Elektroautos innerhalb der letzten 16 Jahre allein in...

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

 
Jetzt bei den Smart Home Tagen bis zu 50% sparen - zum tink Shop

VERGLEICHE

TESTS

NEUESTE ARTIKEL