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UWB-Kanal 9 unter Druck: Was das für Dein Smart Lock bedeutet

Die Connectivity Standards Alliance, die Organisation hinter Matter, warnt, dass ein populärer UWB-Kanal künftig mit leistungsstarken 6G-Sendemasten konkurrieren muss. Worum es genau geht, und wie dringend das Thema ist.

Die Connectivity Standards Alliance (CSA), bekannt als die Organisation hinter Matter und Aliro, macht auf UWB-Kanal 9 aufmerksam. Beschlossen ist noch nichts. Trotzdem will die CSA diesen Kanal jetzt schon vor einem möglichen künftigen Konkurrenten schützen: leistungsstarken 6G-Sendemasten im selben Frequenzband.

Was genau untersucht wird

Für die Weltfunkkonferenz 2027 (WRC-27) läuft internationale Forschung unter Tagesordnungspunkt 1.7. Diese Untersuchung soll klären, ob das Band zwischen 7.125 und 8.400 MHz künftig für International Mobile Telecommunications genutzt werden kann – der Oberbegriff für mobile Netzwerktechnologie. Auch zukünftige 6G-Netze fallen darunter. Regulierungsbehörden betrachten dieses Band weltweit als einen von drei Kandidaten für die nächste Generation mobiler Konnektivität in den 2030er-Jahren. Fest steht noch nichts, es handelt sich vorerst um einen Studienauftrag.

Genau in diesem Band, rund um 7,7 bis 8,3 GHz, liegt UWB-Kanal 9. Dieser Kanal ist kein Detail. Mehr als eine Milliarde Geräte nutzen ihn bereits, so die CSA, und er ist der einzige UWB-Kanal, der weltweit einheitlich funktioniert, über alle großen Regionen hinweg. Diese Harmonisierung bringt Herstellern etwas Konkretes: Sie bauen einen Chip, der überall auf der Welt funktioniert, statt separater Hardware pro Region. Verliert Kanal 9 diesen Status, steigen Herstellungskosten und Komplexität jedes künftigen UWB-Geräts mit.

Warum Aliro hier ins Spiel kommt

Wie UWB eine Relay-Attacke verhindert

Für smarte Haustüren ist dieser Kanal relevant über Aliro, den Standard, den die CSA im Februar 2026 lancierte. Aliro kombiniert NFC (verpflichtend) mit Bluetooth Low Energy und UWB (beide optional). Die letzten beiden erkennen gemeinsam Dein Handy oder Deinen Schlüsselanhänger auf Distanz und bestimmen genau, wie nah Du bist und aus welcher Richtung. Mehr dazu, wie sich das in der Praxis anfühlt, liest Du in unserem Beitrag zum Aliro-Standard und dem neuen Nuki Keypad.

Diese Präzision ist kein Luxus, sondern eine Sicherheitsmaßnahme. Ältere Systeme verlassen sich auf die Bluetooth-Signalstärke, was sie anfällig für Relay-Angriffe macht. Dabei arbeiten zwei Angreifer zusammen: Einer steht am Schloss, der andere bei Deinem Handy. Sie leiten das Signal einfach zwischen beiden hindurch. Das Schloss denkt dann, Du stehst direkt vor der Tür, während Du in Wirklichkeit Kilometer entfernt bist.

Vergleich gefällig: Stell Dir jemanden vor, der anhand der Lautstärke einschätzt, wie nah eine Stimme ist. Schreist Du laut genug durch ein Megafon aus der Ferne, wirkt es, als stündest Du direkt daneben. UWB funktioniert anders: Es nutzt eine Stoppuhr statt eines Ohrs. Es misst exakt, wie lange ein Signal für den Hin- und Rückweg braucht, in Nanosekunden. Diese Laufzeit ist viel schwerer zu fälschen als Lautstärke. Ein Relay-Angriff fügt automatisch eine Verzögerung hinzu, und diese Verzögerung verrät den Angriff sofort.

Nicht ganz unknackbar

Fairerweise gehört eine Einschränkung dazu, die in den meisten Marketingtexten fehlt. Forschern gelang es in kontrollierten Labortests, auch diese UWB-Sicherheit teilweise zu umgehen. Sie maßen Distanzabweichungen von bis zu 12 Metern, auf gewöhnlichen UWB-Chips von unter anderem Apple und Qorvo. Das gelang nicht bei jedem Versuch: Die Forscher verzeichneten eine Erfolgsquote von nur wenigen Prozent. UWB ist also kein unfehlbares Wundermittel. Die Hürde für einen Angreifer liegt aber deutlich höher als bei einfacher Bluetooth-Signalstärke. Genau solche Forschung hält die Branche wachsam, denn die Sicherheit von UWB-Ranging verbessert sich dadurch fortlaufend.

Gab es das schon einmal?

Der Kampf um Spektrumraum zwischen Mobilfunknetzen und anderer Funktechnologie ist nicht neu. Etwas Ähnliches spielte sich kürzlich im angrenzenden 6-GHz-Spektrum ab, zwischen Mobilfunkbetreibern und der WLAN-Industrie. Die britische Regulierungsbehörde Ofcom entschied sich im Juli 2026 für einen Kompromiss: Ein Teil des Bands ging an WLAN, ein anderer Teil erhielt Vorrang für Mobilfunknetze. Diese Entscheidung hängt übrigens mit der WRC-27 zusammen. Europäische Regulierer halten einen Teil des Bands direkt unter Kanal 9 schon jetzt von der Untersuchung fern, wegen der bestehenden Nutzung durch die NATO.

Das ist ein nützlicher Präzedenzfall. Internationale Spektrumregulierer weisen also nicht automatisch alles dem Mobilfunk zu, sobald Interesse daran besteht. Kompromisse und Ausnahmen für bestehende, großflächige Nutzung kommen durchaus vor. Genau mit diesem Argument klopft die CSA jetzt für UWB-Kanal 9 an.

Musst Du Dir jetzt schon Sorgen machen?

Nein, und das darf ruhig mit Nachdruck gesagt werden. Der gesamte Prozess steckt noch in der Untersuchungsphase einer internationalen Konferenz, die erst 2027 stattfindet. Weist diese Konferenz Teile des Bands dem Mobilfunk zu, ist das noch kein direkter Schalter. Nationale Regulierungsbehörden müssen eine solche Zuweisung danach selbst umsetzen, und das dauert in der Regel Jahre. Dein Aliro-Schloss von heute funktioniert einfach weiter wie bisher.

Was Du heute schon tun kannst

Willst Du selbst erleben, was Aliro und UWB in der Praxis an Deiner Haustür bringen, ist das Nuki Smart Lock Pro (5. Generation) ein starker Einstieg, und das Nuki Smart Lock Ultra geht noch einen Schritt weiter für alle, die das komplette Konnektivitätspaket wollen.

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Thomas
Thomas
Thomas arbeitet bereits seit einigen Jahren bei tink, hat aber kürzlich auch den Schritt zum Blog gewagt, um seine Erfahrungen aus der Praxis zu teilen. Als echter Gadget-Freak erklärt er die modernsten Smart-Home-Lösungen auf leicht verständliche Weise. Sein gesamtes Haus basiert auf einem Apple Home-Ökosystem, und er automatisiert seine Abläufe gerne mit den intelligenten Sensoren von Eve. Derzeit testet er ausgiebig das neueste Multiroom-Audiosystem von Sonos und testet, wie intelligente Türschlösser von Nuki seinen Alltag erleichtern.

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