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Donnerstag, November 5, 2026
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Bluetooth HDT macht Bluetooth LE fast viermal so schnell

Die Bluetooth SIG hat Bluetooth HDT vorgestellt, eine neue Funktion, die Bluetooth LE fast viermal so schnell macht. Wir erklären, was Du davon zuhause merkst und wann.

Bluetooth LE schaffte bisher höchstens 2 Mbit/s. Das ändert sich. Die Bluetooth SIG, die Organisation hinter dem Standard, hat am 4. November bekanntgegeben, dass Bluetooth HDT verabschiedet ist. HDT steht für High Data Throughput und hebt die Spitzengeschwindigkeit auf 7,5 Mbit/s. Fast viermal so schnell.

Das klingt nach Neuigkeiten für Audiofans, und dort beginnt es auch. Trotzdem betrifft es Dein Smart Home. Nur anders, als Du vielleicht erwartest. Unten liest Du, was sich ändert, was einfach weiterläuft und ob Du mit dem Kauf warten solltest. Mehr zur Funktechnik findest Du im Bluetooth-Bereich unseres Blogs.

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Was ist Bluetooth HDT genau?

HDT ist eine optionale Funktion von Bluetooth Core 7.0. Im Kern geht es um eine neue Funkschicht, im Fachjargon PHY, mit cleverer Modulation. Stell Dir einen Bus vor, der genauso oft fährt wie bisher, aber mehr Fahrgäste an Bord hat. Frequenzband und Zahl der Fahrten pro Sekunde bleiben gleich. In jede Fahrt passen nur mehr Daten.

Es gibt fünf Geschwindigkeiten: 2, 3, 4, 6 und 7,5 Mbit/s. Die beiden höchsten Stufen sind optional, deshalb schafft nicht jedes HDT-Gerät die 7,5. Die Geräte wechseln von Datenpaket zu Datenpaket die Geschwindigkeit, je nachdem, wie gut die Verbindung ist.

Auch die Zuverlässigkeit steigt. Die Daten werden in Blöcken mit jeweils eigener Prüfsumme übertragen. Geht ein Block schief, wird nur dieser Block neu gesendet. Obendrauf kommt eine Fehlerkorrektur direkt in der Funkschicht.

Den Effekt siehst Du vor allem bei größeren Dateien. In frühen Demos sank die Übertragungszeit für eine Datei von einigen Megabyte von rund 16 auf rund 4 Sekunden. Der Stromverbrauch soll nicht steigen. Weil die Daten schneller übertragen sind, kann der Chip früher wieder in den Schlafmodus. Belastbare Zahlen gibt es noch nicht.

Was merkst Du davon in Deinem Smart Home?

Vor allem beim Aktualisieren und Synchronisieren. Nimm eines unserer smarten Türschlösser. Ein Firmware-Update kann bei so einem Schloss über die Bluetooth-Verbindung mit Deinem Smartphone laufen. Mit HDT auf beiden Seiten ist das deutlich schneller erledigt. Ein Chiphersteller nennt als Beispiel ein Smart-Home-Gerät, das ein Update ohne spürbare Ausfallzeit abschließt. Das ist ein Beispielszenario, kein angekündigtes Produkt.

Das Gleiche gilt für Geräte, die ab und zu eine größere Datenmenge übertragen, etwa ein Wearable, das Deine Trainingsdaten synchronisiert. Im Alltag ändert sich wenig. Ein Schloss, das öffnet, oder eine Lampe, die angeht: Das sind winzige Nachrichten. Dafür war Bluetooth schon schnell genug.

Deine aktuellen Geräte funktionieren weiter

HDT braucht einen neuen Funkchip, in beiden Geräten. Ein Software-Update bringt es also nicht auf Dein vorhandenes Schloss oder Smartphone. Deine aktuellen Geräte behalten ihre Geschwindigkeit, und das ist völlig in Ordnung. Eine Verbindung startet immer auf dem vertrauten Bluetooth LE. Unterstützen beide Geräte HDT, wechseln sie auf die schnelle Schicht. Wird die Verbindung dort schlecht, springen sie zurück. Alt und Neu verstehen sich einfach.

WLAN-Tempo bekommst Du damit übrigens nicht. HDT ist für kleine Geräte mit Batterie gemacht. Für wirklich große Datenströme bleibt WLAN die logische Wahl.

Sensoren und Home Assistant bekommen vorerst keinen Geschwindigkeitsschub

Ein wichtiges Detail, wenn Du Home Assistant nutzt. Die erste Version von HDT unterstützt kein Advertising. Das sind die Rundsendenachrichten, mit denen viele Bluetooth-Sensoren arbeiten. Ein Thermometer mit BTHome schickt seinen Messwert genau so an Home Assistant oder einen Bluetooth-Proxy. Für diese Sensoren ändert sich also nichts.

HDT greift dort, wo zwei Geräte eine feste Verbindung aufbauen und mehr Daten austauschen. Ob sich das in einer späteren Version ändert, ist noch nicht bekannt.

Audio bekommt HDT als Erstes

Die erste große Anwendung ist drahtloser Klang. Die SIG arbeitet an standardisiertem Premium-Audio, das 2027 erscheinen soll. Es soll verlustfreie und hochauflösende Musik über Bluetooth ermöglichen, dazu Mehrkanal-Surround und räumliches Audio. Chiphersteller sind schon dran: Nordic Semiconductor hat HDT Ende Oktober bereits funktionsfähig in einem Chip gezeigt.

Auch hier brauchst Du neue Hardware. Sowohl Dein Kopfhörer als auch Dein Smartphone oder Lautsprecher müssen HDT unterstützen. Das dauert. Auch Ohrhörer mit WLAN kommen, es ist also Bewegung im drahtlosen Klang. Bis dahin klingt ein guter Bluetooth-Kopfhörer schon heute prima.

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Solltest Du mit dem Kauf warten?

Nein. Es gibt noch keine HDT-Geräte im Handel, und für Smart-Home-Produkte gibt es kein Datum. Alles, was Du jetzt kaufst, funktioniert weiter mit HDT-Geräten, die später kommen. Für ein Schloss, einen Sensor oder ein Thermostat reicht die heutige Geschwindigkeit locker. Entscheide also danach, was Du wirklich brauchst: Reichweite, Akkulaufzeit und Kompatibilität mit Deinem System.

Möchtest Du schon jetzt drahtlosen Klang genießen, auch ohne HDT? Schau Dir unsere Bluetooth-Kopfhörer an und finde ein Modell, das zu Dir passt.

Joshua
Joshua
Joshua verstärkt das tink-Team seit Juli 2025. Er verbindet jahrelange Schreiberfahrung mit einer großen Leidenschaft für technologische Innovationen. Privat nutzt er begeistert Govee für stimmungsvolle Beleuchtung, und auch die smarten Lautsprecher von JBL haben einen festen Platz bei ihm. Er ist immer auf der Suche nach dem nächsten Upgrade für sein Smart Home und experimentiert derzeit ausgiebig mit Philips Hue und Soundcore.

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