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AirTag Silencer: Dieses Zubehör schaltet eine wichtige Sicherheitsfunktion aus – und das ist das Problem

Für 9,99 Dollar macht ein Hammerschlag den Lautsprecher eines AirTags unwiderruflich stumm. Das klingt nach Schutz vor Fahrraddiebstahl, bis Dir klar wird, dass genau dieser Lautsprecher Stalking-Opfer vor versteckten Trackern warnt.

Ein Hammerschlag, ein Metallstift und 9,99 Dollar: Mehr braucht es nicht, um einem AirTag für immer die Stimme zu nehmen. Das US-Unternehmen Elevation Lab vermarktet den AirTag Silencer als praktischen Schutz vor Fahrraddieben. Tech-Journalisten und Sicherheitsexperten sehen darin vor allem einen ganz anderen Einsatzzweck. Wir finden, dass sich diese Geschichte nicht einfach als lustige Gadget-News abtun lässt, und erklären Dir, warum.

So funktioniert der AirTag Silencer

Das Prinzip ist simpel: Du nimmst die Batterie aus einem AirTag, legst den Tracker in den Silencer und schlägst mit dem Hammer auf einen eingebauten Stift. Der Schlag trennt die Verbindung zum Lautsprecher unwiderruflich. Als Vorteil nennt Elevation Lab, dass ein Dieb einen stummen Tracker an einem gestohlenen Fahrrad, einer Kamera oder einem Rucksack nicht mehr bemerkt. Auch ein AirTag am Hundehalsband piept so nicht mehr unerwartet.

Genau dieses Geräusch hat seinen Grund

Der Lautsprecher dient nicht nur dazu, verlegte Dinge wiederzufinden. Apple hat ihn ausdrücklich auch als Schutz vor Stalking entwickelt. Ein unbekannter AirTag, der sich eine Weile mit Dir bewegt, meldet sich zu einem zufälligen Zeitpunkt innerhalb von acht bis 24 Stunden mit einem Ton, nur um Dich zu warnen. Dieses System gibt es nicht ohne Grund: Apple hat es schon wenige Monate nach der Markteinführung des ersten AirTags 2021 nachgeschärft. Bei der ursprünglichen Wartezeit von drei Tagen konnten Betroffene nämlich tagelang unbemerkt verfolgt werden.

Ein Problem, das größer ist als der AirTag Silencer

AirTag-Stalking ist kein hypothetisches Risiko. Seit der Markteinführung 2021 haben Menschen schon mehr als 40.000 Warnungen vor AirTags erhalten, mit denen ein (Ex-)Partner sie ohne Zustimmung verfolgte. In den USA läuft eine Sammelklage gegen Apple, die einen Antrag auf Abweisung (Motion to Dismiss) bereits überstanden hat. Hinzu kommen Einzelklagen, unter anderem von einer Frau, die einen AirTag unter ihrem Auto fand, nachdem sich herausgestellt hatte, dass ihr früherer Partner sie verfolgte. In einem der bekanntesten Fälle entdeckte die Familie des Stalking-Opfers Andre Smith erst nach seinem Tod einen Tracker in seinem Auto.

Apple reagierte auf diesen Druck mit immer strengeren Maßnahmen. Dazu gehören deutlichere Warnungen bei Manipulationen am Lautsprecher und Meldungen auf iPhone und Android, sobald ein unbekannter Tracker mit Dir unterwegs ist. Beim neuesten AirTag ist der Lautsprecher außerdem 50 Prozent lauter als zuvor. 2023 haben Apple und Google sogar gemeinsam an einem Standard gegen Stalking gearbeitet, was die beiden Unternehmen nur selten tun.

„Ein direkter Rückruf“: Kritik am AirTag Silencer

Der AirTag Silencer macht diese gesamte Entwicklung mit einem Schlag rückgängig. Tech-Journalist Glenn Fleishman bezeichnet das Produkt auf Six Colors als „appalling“ (entsetzlich) und fordert Elevation Lab auf, es sofort aus dem Verkauf zu nehmen. Außerdem soll das Unternehmen seinen gesamten Bestand zurückrufen. Uns fällt dabei noch etwas auf: Elevation Lab verrät auf der eigenen Website nirgends, wer hinter dem Unternehmen steckt oder es finanziert, verkauft seine Produkte aber ganz normal über den Apple Store.

Die Macher des Silencers betonen den Nutzen gegen Diebstahl, und der ist durchaus real: Einen stummen Tracker findet und entsorgt ein Dieb tatsächlich schwerer. Das Problem ist, dass genau diese Eigenschaft einen Tracker auch für Betroffene unauffindbar macht, die nicht einmal ahnen, dass ihnen jemand folgt. Diese Menschen haben sich dafür nie entschieden.

Das kannst Du selbst tun

Erscheint auf Deinem iPhone oder Android-Gerät eine Meldung, dass ein unbekannter AirTag mit Dir unterwegs ist? Dann nimm sie ernst. Über die Meldung kannst Du Dir die zuletzt bekannte Eigentümernummer ansehen und den Tracker aus der Ferne ein Tonsignal abspielen lassen, um ihn zu finden. Bei einem manipulierten Silencer-AirTag funktioniert dieser Trick natürlich nicht mehr.

Du vermutest, dass Dir jemand folgt, obwohl keine solche Meldung erscheint, etwa weil jemand den Lautsprecher absichtlich abgetrennt hat? Dann such selbst an den Stellen, an denen sich ein Tracker leicht verstecken lässt: in Innenfächern von Taschen, unter dem Nummernschild oder in einer Werkzeugbox am Fahrrad. Auf der Support-Seite von Apple zu unerwünschtem Tracking erfährst Du Schritt für Schritt, was Du darüber hinaus tun kannst.

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Thomas
Thomas
Thomas arbeitet bereits seit einigen Jahren bei tink, hat aber kürzlich auch den Schritt zum Blog gewagt, um seine Erfahrungen aus der Praxis zu teilen. Als echter Gadget-Freak erklärt er die modernsten Smart-Home-Lösungen auf leicht verständliche Weise. Sein gesamtes Haus basiert auf einem Apple Home-Ökosystem, und er automatisiert seine Abläufe gerne mit den intelligenten Sensoren von Eve. Derzeit testet er ausgiebig das neueste Multiroom-Audiosystem von Sonos und testet, wie intelligente Türschlösser von Nuki seinen Alltag erleichtern.

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