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Ambient Computing schnell erklärt

Die wichtigsten Informationen rund um den Tech-Begriff für Dich aufbereitet
Google Nest Audio auf Kommode

Ambient Computing – hinter dem Fachbegriff aus der Informatik verbirgt sich eine faszinierende Technik, die unsere Idee vom Smart Home revolutionieren könnte. Denn mithilfe von Ambient Computing und künstlicher Intelligenz reagieren Deine smarten Geräte in der Umgebung automatisch auf Dein Verhalten und handeln entsprechend. Ohne Dein Zutun. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Ambient Computing beschreibt im Grunde eine Technologie, bei der elektronische Geräte wie Lampen, Lautsprecher und Co. auf die Anwesenheit und das Verhalten von Personen reagieren. Das heißt, dass sich die Geräte um Dich herum mithilfe verschiedener Sensoren automatisch auf Dein Handeln anpassen. Ohne dass Du selbst eingreifen musst. Für die Steuerung Deines Smart Home bleibt das Smartphone also in der Tasche und Aktivierungsphrasen wie „Ok Google“ werden überflüssig.

Frau spricht in ihr Smartphone, um ihr Philips Hue Licht zu steuern

Ein Hauptaugenmerk von Ambient Computing ist dabei stets, dass die Geräte selbst in den Hintergrund rutschen. Während aktuell noch eine direkte Interaktion z.B. per Sprachbefehl notwendig ist, erfolgt die Nutzung über Ambient Computing fließend mit der Umgebung. So machen Deine Geräte im Idealfall immer genau das, was Du gerade möchtest, bevor Du es sagst.

So funktioniert das Smart Home von morgen

Damit das funktioniert, müssen Geräte mit Ambient Computing so einiges über Dich wissen. In diesem Fall bedeutet „Wissen” möglichst viele Daten. Dafür wird auf Technologien wie Bewegungs-, Sprach- als auch Gestenerkennung gesetzt. Diese Daten werden mithilfe verschiedener Sensoren – wie wir sie teilweise bereits im Smart Home kennen – erhoben. Die gesammelten Daten werden daraufhin laufend von einer künstlichen Intelligenz (K.I.) analysiert, um die richtigen Rückschlüsse zu ziehen.

Bei der Verarbeitung von solch sensiblen Daten kommen natürlich auch Bedenken zum Datenschutz auf. Je mehr Daten im Hintergrund verarbeitet werden, desto weniger bekommen wir davon als Nutzer:innen mit. Eine Lösung wäre, smarte Geräte so zu designen, dass Daten primär lokal verarbeitet werden. Aktuell setzen die meisten Smart Home Anbieter allerdings noch auf Cloud-Lösungen. Daher gilt auch weiterhin: Bei Bedenken zum Datenschutz stets die Datenschutzerklärung aufmerksam durchlesen.

Mehr künstliche Intelligenz wagen

Damit Ambient Computing in Zukunft in einer dynamischen Umgebung und vor allem selbstständig funktioniert, muss die künstliche Intelligenz sehr ausgereift sein. Denn Deine Wünsche und Bedürfnisse alleine an Deinem Verhalten zu erkennen, ist eine extrem komplexe Aufgabe. Für diese enorme Rechenleistung muss die K.I. riesige Datenmengen in sekundenschnelle richtig interpretieren und entsprechend handeln.

Google Nest Hub (2. Generation) auf Kommode neben Bett - bereit für Google Home Automation

Übrigens: Bis zu einem gewissen Grad sind einige Smart Home Geräte auch heute schon mit einer künstlichen Intelligenz ausgestattet. Unter anderem die smarten Sprachassistenten Google Assistant, Alexa sowie Siri. Die dort eingesetzte K.I. analysiert schon jetzt laufend Deine Sprachbefehle, um stets die von Dir gewünschte Aktion auszuführen. Und wird dabei stetig besser.

Ambient Computing im Alltag – schon heute

Ambient Computing mag vielleicht noch sehr nach Science Fiction klingen. Doch manche von uns nutzen bereits Anwendungen nach einem solchen Prinzip. Ein Beispiel ist das Heizen über Geofencing, das schon heute viele smarte Heizungen beherrschen. Basierend auf Deinem Standort wird z.B. Deine Wohnung geheizt, sobald Du Dich auf dem Weg nach Hause befindest. Du musst dafür weder Dein Smartphone herausholen noch einen Sprachbefehl aussprechen. Die Heizung reagiert also automatisch auf Deine Bewegungsmuster.

tado° Raumsthermostat

In Zukunft könnte Ambient Computing unseren Alltag aber noch viel stärker verändern. Stell Dir vor, es klingelt an der Tür, doch Du bist nicht Zuhause. Anstelle Dich auf dem Smartphone zu benachrichtigen, fragt die smarte Videotürklingel zunächst nach dem Besuchsgrund und gibt daraufhin selbstständig Anweisungen. Zum Beispiel, dass das Paket im Gartenhaus abgelegt werden soll. Sobald Du abends durch die Haustüre kommst, könnte Dich Dein Smart Speaker unaufgefordert darauf hinweisen, dass ein Paket für Dich im Gartenhaus liegt.

Ambient Computing – die Zukunft vom smarten Leben?

Ambient Computing könnte unsere Vorstellung vom Smart Home also noch einmal gänzlich auf den Kopf stellen. Alleine basierend auf unserem Verhalten und unseren Bewegungen Heizung, Licht, Rollläden und Co. steuern? Nachrichten und Termine automatisch vorlesen sowie Gäste empfangen – sozusagen unseren Alltag steuern. Und all das komplett selbstständig, ohne dass Du dafür einen Finger rühren musst.

Ring Video Doorbell 4

Fazit

Aktuell klingt das Ganze noch sehr nach Zukunftsmusik. In Anbetracht der unglaublichen Geschwindigkeit bezüglich technologischem Fortschritt ist es allerdings wohl nur noch eine Frage der Zeit. Wir sind gespannt, was Ambient Computing in den nächsten Jahren noch alles mit sich bringt.