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Midea PortaSplit 2027: Propan-Kältemittel, selbstreinigender Filter und Matter

Propan als Kältemittel klingt alarmierend. In der Praxis steckt es schon in den meisten mobilen Klimaanlagen, die Du heute kaufst – und die neue PortaSplit reiht sich nahtlos ein.

Die Midea PortaSplit gehört zu den beliebtesten mobilen Split-Klimaanlagen der letzten Jahre – und das aus gutem Grund: der Komfort einer fest installierten Split-Klimaanlage, ohne dass Du bohren musst oder einen Monteur brauchst. Auf der IFA 2026 kündigte Midea mit der Midea PortaSplit 2027 eine neue Generation an. Auslöser ist ein Kältemittel, das Du wahrscheinlich von Deinem Gasherd oder Feuerzeug kennst: Propan.

Das klingt aufregender, als es ist. Und es ist nicht einmal die wichtigste Verbesserung in dieser Geschichte.

Warum die Midea PortaSplit 2027 auf Propan setzt

Die EU dreht den Hahn zu – aber nicht auf einen Schlag

Auslöser ist die überarbeitete EU-F-Gase-Verordnung. Wichtig zu wissen: Das ist kein simples Verbot zu einem festen Stichtag für alle Klimaanlagen. Die Regeln unterscheiden sich je nach Gerätekategorie und Leistung. Für bestimmte kleine Wärmepumpen gilt ab dem 1. Januar 2027 eine strenge Grenze für die Klimawirkung des Kältemittels. Für Luft-Luft-Systeme wie Split-Klimaanlagen bis 12 kW liegt diese harte Grenze später.

Was aber schon jetzt passiert: Die jährliche Menge an klimaschädlichen Kältemitteln wie R32, die auf den europäischen Markt kommen darf, wird jedes Jahr kleiner. Dadurch wird R32 schrittweise knapper und teurer, lange bevor ein mögliches hartes Verbot für Deine Gerätekategorie greift. Hersteller, die heute eine neue Generation entwickeln, tun gut daran, nicht bis zur allerletzten gesetzlichen Frist zu warten. Genau das macht Midea hier.

Warum Propan, und warum das zu verkraften ist

R32, das aktuelle Kältemittel in der PortaSplit, hat eine Klimawirkung (GWP) von rund 675. R290, also Propan, kommt auf etwa 3 – mehr als zweihundertmal niedriger. Daher die Wahl.

Propan ist brennbar, und das verdient eine ehrliche Erklärung. Kältemittel werden in Sicherheitsklassen eingeteilt: R32 fällt unter A2L, leicht entflammbar. R290 fällt unter A3, was bedeutet, dass es leichter entzündet. Das klingt nach einem Rückschritt, aber drei Dinge relativieren das.

Erstens ist R290 in Klimaanlagen überhaupt nicht neu. Es ist bereits die gängige Wahl in den meisten mobilen Klimaanlagen, die Du heute schon kaufen kannst – genau weil die Kältemittelmenge in solchen Geräten gering ist und das System hermetisch geschlossen ist. Zweitens wurde die Sicherheitsnorm für diese Art von Geräten kürzlich überarbeitet: Die maximale Füllmenge mit einem brennbaren Kältemittel wie Propan in einem nicht belüfteten Raum stieg von rund 150 Gramm auf fast 1.000 Gramm, sofern Hersteller strengere Anforderungen an Dichtheit und Mindestluftstrom erfüllen. Genau diese Norm ist der Grund, warum Du jetzt mehr Split-Klimaanlagen mit Propan siehst. Drittens steckt die Außeneinheit, durch die der Großteil des Kältemittels fließt, buchstäblich draußen. Eine mögliche Leckage verdünnt sich dort in der Außenluft, statt sich in Deinem Wohnzimmer anzusammeln.

Kurz gesagt: Propan in Deiner Klimaanlage ist kein Experiment, sondern die Richtung, in die sich der gesamte Markt bereits bewegt.

Die zwei Probleme, die endlich behoben werden

Das Ende der berüchtigten P1-Störung

Wer die PortaSplit schon länger nutzt, kennt sie vielleicht: Fehlercode P1, bei dem das Gerät stehen bleibt. Die Ursache liegt in einem verstopften Filter, der zusetzt, weil sich in stehendem Kondenswasser ein Biofilm bildet. Lästig, und als Nutzer nicht einfach selbst zu beheben.

Die neue Generation bekommt einen herausnehmbaren Filter in der Inneneinheit, den Du selbst reinigen kannst. Keine komplizierte Reparatur mehr – einfach den Filter herausnehmen, säubern und wieder einsetzen.

Die Außeneinheit führt das Wasser endlich richtig ab

Auch die Außeneinheit bekommt ein Update. Eine neue Bodenplatte soll das Kondenswasser künftig mit hohem Druck abführen, sodass das Wasser auch durch längere Abflussschläuche zuverlässig abläuft. Bei der aktuellen Generation ist das ein bekannter Schwachpunkt: Steht die Außeneinheit etwas weiter von einem Abflusspunkt entfernt, bleibt manchmal Wasser stehen – und genau das ist der Nährboden für den Biofilm, der zur P1-Störung führt.

Midea prüft zudem ein nachträgliches Reparaturkit, das Kondensationsprobleme bei bestehenden Geräten vollständig lösen soll. Konkrete Details dazu gibt es noch nicht.

Matter 1.6, ganz ohne Cloud-Umweg

Was das konkret bedeutet

Die neue Generation bekommt einen Funkchip mit eingebauter Unterstützung für Matter 1.6, die neueste Version des Smart-Home-Standards. Damit kannst Du die Klimaanlage direkt in Dein lokales Smart Home einbinden, ohne dass die Steuerung über einen Cloud-Server von Midea laufen muss.

Matter 1.6 selbst konzentriert sich vor allem auf praktische Verbesserungen: Geräte können über einen neuen Mechanismus namens Joint Fabric einfacher gleichzeitig in mehreren Smart-Home-Systemen arbeiten, und Thermostate und Klimaanlagen können temporäre Empfehlungen geben, die Deine Vorlieben berücksichtigen – praktisch bei dynamischen Energietarifen. Auch die Einrichtung wird per NFC einfacher: Du kannst ein Gerät bereits mit Deiner Plattform verbinden, bevor Du es montierst.

Die Einschränkung: Apple hinkt weit hinterher

Eines solltest Du im Hinterkopf behalten: Große Plattformen übernehmen neue Matter-Versionen nicht sofort. Apple unterstützt aktuell nicht einmal die vorletzte Version vollständig in Apple Home. Nutzt Du Apple Home, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du noch eine Weile warten musst, bevor Du wirklich von diesen neuen Funktionen profitierst – auch wenn schon „Matter 1.6“ auf der Verpackung steht. Arbeitest Du mit Google Home oder Home Assistant, stehen die Chancen besser, dass Du früher davon profitierst.

Und die Sicherheitslücke von letztem Monat?

Wir haben letzten Monat über eine Firmware-Schwachstelle in der PortaSplit berichtet, bei der ein böswilliger Nachbar per Bluetooth die Steuerung übernehmen konnte. Wichtig, hier ehrlich zu sein: Diese Lücke steckte in der Bluetooth-Kopplung, nicht in der WLAN- oder Cloud-Verbindung. Dass die neue Generation für die Matter-Steuerung weniger von der Cloud abhängt, bedeutet also nicht automatisch, dass dasselbe Problem gelöst ist. Ob Midea in dieser neuen Hardware auch die zugrunde liegende Bluetooth-Schwachstelle angeht, lässt sich anhand der aktuellen Ankündigung nicht sagen. Wir behalten das im Blick.

Wann kannst Du sie kaufen, und solltest Du warten?

Die Zeitlinie

Midea plant den Verkaufsstart der Propan-Version für den Sommer 2027. Bis Ende 2026 werden noch reguläre R32-Modelle nach Europa importiert, und Händler dürfen diese auch 2027 noch legal verkaufen. Wer ein Schnäppchen sucht, hat den kommenden Winter also gute Karten: Die aktuelle Generation wird ausverkauft, während die neue noch nicht lieferbar ist.

Unser Rat

Hast Du jetzt schon Probleme mit der P1-Störung oder überlegst Du Dir demnächst eine mobile Split-Klimaanlage, musst Du nicht unbedingt bis Mitte 2027 warten. Die aktuelle Generation ist ein ausgereiftes, breit getestetes Produkt, und die Probleme, die gelöst werden, sind lästig, aber nicht gefährlich. Willst Du dagegen auf die Kombination aus geringerer Klimawirkung, einem Filter, den Du selbst wartest, und Matter-Unterstützung ohne Cloud-Umweg warten, dann ist Mitte 2027 Dein Moment.

Willst Du in der Zwischenzeit ohnehin schon smarter mit Deiner aktuellen Klimaanlage umgehen: Mit dem tado° Smart AC Control lässt sich praktisch jede bestehende Klimaanlage per Infrarot nachrüsten.

Was Du schon jetzt tun kannst

Midea verkaufen wir selbst nicht, aber das zugrunde liegende Problem – eine Klimaanlage, die nicht mit Deinem Smart Home spricht – kannst Du schon heute lösen. Die tado° Smarte Klimaanlagen-Steuerung V3+ funktioniert per Infrarot mit nahezu jeder Klimaanlage, auch mit einer PortaSplit, die Du schon zuhause hast, und ergänzt Zeitplanung, Anwesenheitserkennung und App-Steuerung, ohne dass Du auf eine neue Generation warten musst.

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Thomas
Thomas
Thomas arbeitet bereits seit einigen Jahren bei tink, hat aber kürzlich auch den Schritt zum Blog gewagt, um seine Erfahrungen aus der Praxis zu teilen. Als echter Gadget-Freak erklärt er die modernsten Smart-Home-Lösungen auf leicht verständliche Weise. Sein gesamtes Haus basiert auf einem Apple Home-Ökosystem, und er automatisiert seine Abläufe gerne mit den intelligenten Sensoren von Eve. Derzeit testet er ausgiebig das neueste Multiroom-Audiosystem von Sonos und testet, wie intelligente Türschlösser von Nuki seinen Alltag erleichtern.

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