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WiFi 8: Was bringt der neue WLAN-Standard?

WiFi 7 setzt sich gerade erst durch, da kursieren schon erste Berichte über seinen Nachfolger. Was WiFi 8 wirklich bringt und ob Du jetzt noch warten solltest, erfährst Du hier.

Alle paar Jahre erschüttert ein neuer WLAN-Standard die Gerätewelt: schnellere Chips, höhere Datenraten, neue Frequenzbänder. Mit WiFi 8 — dem technischen Standard 802.11bn — ist das nur auf den ersten Blick nicht anders. Denn diesmal stehen nicht Rekordgeschwindigkeiten im Mittelpunkt, sondern etwas, das im Alltag viel mehr zählt: echte Zuverlässigkeit. Chiphersteller wie Qualcomm, Broadcom und Huawei haben seit Herbst 2025 erste Konzepte vorgestellt. Was davon Realität werden soll, was das für Dein Smart Home bedeutet — und ob Du jetzt noch warten musst.

Was ist WiFi 8?

WiFi 8 trägt intern den Namen Ultra High Reliability (UHR) und wird vom IEEE-Gremium als Standard 802.11bn entwickelt. Schon der Name verrät, wohin die Reise geht: Zuverlässigkeit statt pure Geschwindigkeit.

WiFi 7 hat mit bis zu 46 Gbit/s theoretischer Übertragungsrate die Messlatte enorm hochgelegt. WiFi 8 lässt diese Zahl weitgehend unangetastet. Stattdessen soll der neue Standard dort punkten, wo heutige WLANs noch regelmäßig schwächeln: im dicht besiedelten Mehrfamilienhaus, in Bürokomplexen mit hunderten gleichzeitig aktiver Geräte, und im Smart Home mit Dutzenden Sensoren, Aktoren und Kameras.

Wenn Du Dir einen Überblick über die bisherige Entwicklung der WLAN-Standards verschaffen möchtest, findest Du ihn in unserem Ratgeber.

Was WiFi 8 konkret verbessern soll

Folgende neue Mechanismen werden für WiFi 8 entwickelt und diskutiert:

Bessere Reichweite an den Netzgrenzen (ELR — Enhanced Long Range): Geräte, die weit vom Router entfernt stehen oder sich an der Grenze der Funkabdeckung befinden, sollen durch optimierte Datenpaket-Kodierung stabile Verbindungen halten. Besonders relevant für Smart-Home-Sensoren in Keller, Garage oder weit entfernten Gartenecken.

Intelligentere Datenübertragung (UEQM — Unequal Modulation): Bisher mussten alle Datenströme einer WLAN-Verbindung dasselbe Übertragungsschema nutzen. Wenn ein einzelner Datenstrom durch Störungen beeinträchtigt war, litt die gesamte Verbindung. WiFi 8 soll jeden Stream individuell anpassen, sodass ein schwächeres Signal die anderen nicht mehr bremst.

Koordination mehrerer Access Points (MAPC — Multi-AP Coordination): Mehrere Router oder Mesh-Nodes sollen sich künftig aktiver abstimmen, Sendezeitpunkte und -richtungen koordinieren und sich so gegenseitig weniger stören. Das erhöht die Kapazität im Netz und ist vor allem in großen Wohnungen mit mehreren Mesh-Nodes sinnvoll.

Flexiblere Kanalnutzung (DSO & NPCA): WiFi 8 soll Übertragungskanäle dynamisch aufteilen und bei Überlastung automatisch auf benachbarte Kanäle ausweichen. Beides reduziert Datenstaus in Gegenden, in denen viele WLAN-Netze konkurrieren.

Stabilere IoT-Verbindungen (DRU — Distributed Tone Resource Units): Uplink-Signale sollen über eine größere Bandbreite übertragen werden. Das verbessert vor allem die Anbindung kleiner, stromsparender Geräte, also exakt das, was im Smart Home typischerweise eingesetzt wird: Batteriesensoren, smarte Thermostate, Rauchmelder.

Millimeterwellen als Ergänzung (mmWave): Erstmals sieht ein WLAN-Standard auch Frequenzen im Bereich von 45–60 GHz vor. Die sind zwar reichweitenschwach und für flächendeckende Versorgung ungeeignet, ermöglichen aber extrem hohe Datenraten über kurze Distanzen mit Sichtverbindung, etwa für drahtlose VR/AR-Setups oder feste Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Geräten.

Was ändert sich für Dein Smart Home?

Gerade für smarte Zuhause sind die Verbesserungen von WiFi 8 interessant. Wer viele WLAN-basierte Geräte betreibt, kennt das Problem: Ein Sensor reagiert träge, eine Kamera verliert kurz die Verbindung, oder ein Gerät im Dachgeschoss verhält sich sporadisch. WiFi 8 adressiert genau diese Alltagsschwächen.

Durch die verbesserten Uplink-Mechanismen (DRU) profitieren vor allem batteriebetriebene Geräte mit schwachem Sender. Da stabile Verbindungen weniger Wiederholungsübertragungen erfordern, sollen Funkmodule kürzer und gezielter aktiv sein, was direkt die Akkulaufzeit verlängert.

Auch für Mesh-Netzwerke bringt WiFi 8 spürbare Verbesserungen: Das Wechseln zwischen zwei Mesh-Nodes, also das kurze Stocken, wenn Du Dich mit dem Smartphone durchs Haus bewegst, soll nahtlos werden. Ähnlich wie im Mobilfunk soll das Gerät kurzzeitig mit mehreren Access Points gleichzeitig verbunden sein, bevor es zu einem anderen wechselt.

Spezielle WLAN-Standards wie WiFi HaLow für große Reichweiten bei IoT-Geräten bleiben davon unberührt und entwickeln sich parallel weiter.

Wann kommt WiFi 8?

Hier ist Geduld gefragt. Der Standard steckt noch in einer frühen Entwicklungsphase. Der Zeitplan nach aktuellem Stand:

Bis 2026/2027 sollen die technischen Entwürfe konsolidiert und erste Referenzimplementierungen und Interoperabilitätstests abgeschlossen sein. Mit ersten marktfähigen Geräten und der finalen Standardverabschiedung ist frühestens ab 2028 zu rechnen.

Einzelne Hersteller wie TP-Link und Asus haben erste Produkte mit WiFi-8-Bezug angekündigt. Das solltest Du aber mit Vorsicht betrachten: Die endgültigen Spezifikationen stehen noch gar nicht fest, und erste Geräte erscheinen auf Basis vorläufiger Entwürfe, die später per Firmware aktualisiert werden müssen — wenn die Hersteller das überhaupt umsetzen.

Ein ähnliches Muster gab es bereits bei WiFi 7: Erste Router erschienen 2023, der finale Standard wurde erst 2025 verabschiedet. Grundlegende Inkompatibilitäten gab es dabei kaum, aber Käufer früher Modelle hatten keine Garantie, alle späteren Features zu erhalten.

Jetzt WiFi 7 kaufen oder auf WiFi 8 warten?

Die Empfehlung ist klar: Warte nicht auf WiFi 8. Drei Jahre sind eine lange Zeit, in der Du auf die konkreten Vorteile eines modernen Heimnetzwerks verzichtest. WiFi 7 im Vergleich zu WiFi 6 bringt schon heute messbare Verbesserungen bei Geschwindigkeit, Latenz und der Versorgung vieler Geräte gleichzeitig.

Wer aktuell mit einem alten Router kämpft oder Funklöcher im Zuhause hat, ist mit einem WiFi-7-Mesh-System jetzt gut aufgestellt. Bis WiFi 8 massentauglich ist, werden WiFi-7-Geräte längst günstig, weit verbreitet und ausgereift sein.

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Fazit

WiFi 8 setzt dort an, wo WiFi 7 an seine Grenzen stößt: Zuverlässigkeit im echten Alltag, mit vielen Geräten, durch Wände und in Netzen, in denen sich Endgeräte ständig bewegen. Besonders für Smart Homes, in denen Dutzende Geräte gleichzeitig im Netz hängen, klingen die geplanten Verbesserungen vielversprechend. Bis das alles verfügbar ist, wird es aber noch ein paar Jahre dauern. Wer jetzt sein Heimnetz aufrüsten möchte, trifft mit WiFi 7 die richtige Wahl — und schöpft damit eine Technologie aus, die die meisten Geräte ohnehin erst in den nächsten Jahren voll ausreizen werden.

Marc
Marc
Marc ist seit 2019 bei tink und hat seitdem schon diverse Testberichte geschrieben. Sein Smart Home besteht überwiegend aus Produkten von Google, tado° und Philips Hue. Aber auch die Sonos-Lautsprecher haben es ihm angetan. Dank Matter erweitert er sein Ökosystem jetzt auch um eve, Aqara & Co.

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