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Infrarotheizung: Kosten, Stromverbrauch & smart steuern

Eine Infrarotheizung wärmt schnell und fällt an der Wand kaum auf, doch entscheidend ist am Ende die Stromrechnung. Wie viel sie wirklich verbraucht und wie Du sie klug steuerst, steht hier.

Der Schreibtisch steht am Fenster, und der Raum ist morgens noch kühl. Die Heizung im Flur hat dieses Zimmer nie richtig erreicht. Genau für solche Ecken wird die Infrarotheizung gern empfohlen. Sie hängt als flaches Paneel an der Wand oder Decke. Die Wärme spürst Du nach wenigen Minuten auf der Haut, und angeschlossen ist sie mit einem Stecker. Was dabei gern untergeht, ist die Stromrechnung. Eine Infrarotheizung ist eine Stromdirektheizung und gehört damit zu den teureren Wegen, ein Zuhause warm zu bekommen. Hier findest Du die Zahlen zu Kosten und Stromverbrauch. Dazu kommt eine ehrliche Einordnung, für wen sich das lohnt. Und Du erfährst, wie Du sie so steuerst, dass sie nur heizt, wenn Du sie wirklich brauchst. Dafür genügen im Alltag meist smarte Steckdosen mit Verbrauchsmessung. Sie schalten das Paneel sicher.

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So funktioniert eine Infrarotheizung

Eine Infrarotheizung erwärmt nicht in erster Linie die Luft. Sie erwärmt Menschen, Möbel, Wände und Böden, die die Strahlung aufnehmen. Diese geben ihre Wärme später an den Raum ab. Deshalb fühlt sich der Platz vor dem Paneel schon warm an, wenn die Raumluft noch kühl ist. Der ADAC nennt eine um zwei bis drei Grad niedrigere Raumtemperatur als bei anderen Systemen als typisch.

Am Stromverbrauch ändert das weniger, als die Werbung oft nahelegt. Jede Elektro-Direktheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom höchstens eine Kilowattstunde Wärme. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hält die Aussage für nicht belegt, Infrarotheizungen sparten allein deshalb Energie, weil sie Strahlung abgeben. Entscheidend sind Dämmung, Raumgröße und Dein Nutzungsverhalten. Jede Heizung muss am Ende denselben Wärmebedarf decken.

Gängige Paneele liegen zwischen 200 und 2.000 Watt. Als Faustregel nennt der ADAC 40 bis 70 Watt pro Quadratmeter im Neubau. Im sanierten Altbau sind es 60 bis 100 Watt. Für ein Zimmer mit zehn Quadratmetern sind das rund 500 bis 700 Watt. Bei zwanzig Quadratmetern sind es 1.000 bis 1.400 Watt.

Infrarotheizung Kosten: Was Anschaffung und Montage ausmachen

Der Einstieg ist günstig, und das ist der stärkste Punkt der Infrarotheizung. Einzelne Paneele bekommst Du nach Angaben des ADAC zwischen rund 65 und 650 Euro. Für ein ganzes Haus mit 100 Quadratmetern kalkuliert er bei moderater Dämmung mit 3.000 bis 6.000 Euro inklusive Montage. Das sind Zahlen vom deutschen Markt, sie geben aber eine gute Größenordnung. Dazu kommen kaum Wartungskosten und eine Lebensdauer von oft 15 bis 20 Jahren. Es gibt keinen Kessel, keinen Rauchfang und keine Rohre. Der Haken liegt woanders. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beschreibt die Investitionskosten als ähnlich niedrig wie bei einer einfachen Gasbrennwertheizung. Über 20 Jahre bewertet sie das System aber als sehr teuer, weil die Betriebskosten den Preisvorteil auffressen.

Infrarotheizung Stromverbrauch: Ist sie ein Stromfresser?

Der Verbrauch folgt der Leistung. Ein Paneel mit 1.000 Watt zieht eine Kilowattstunde pro Stunde, solange es heizt. Die E-Control nennt für Bestandskund:innen Gesamtkosten von 25 bis 35 Cent je Kilowattstunde Strom (Stand der Tarifdaten: Jänner 2024). Für Gas sind es 10 bis 15 Cent (Stand Jänner 2025). Wir rechnen im Folgenden mit 30 Cent. Deinen eigenen Preis findest Du auf Deiner Stromrechnung. Ein Paneel mit Thermostat schaltet sich immer wieder ab. Im Alltag läuft es deshalb nicht durchgehend auf voller Leistung. Genau darin liegt der Hebel.

Was kostet eine 1.000-Watt-Infrarotheizung pro Stunde?

Bei 30 Cent pro Kilowattstunde sind es 30 Cent für eine Stunde auf voller Leistung. Läuft das Paneel am Tag vier Stunden auf Volllast, kostet das 1,20 Euro.

Rechenbeispiele für Homeoffice, Bad und Wohnung

Ein Homeoffice hat zwölf Quadratmeter und ein 800-Watt-Paneel. Das Paneel läuft an Arbeitstagen im Schnitt vier Stunden auf voller Leistung. Das sind 3,2 Kilowattstunden am Tag, bei 30 Cent rund 0,96 Euro. Bei etwa 100 Arbeitstagen in der Heizperiode kommen so ungefähr 95 Euro zusammen. Im Bad reicht oft ein 600-Watt-Paneel. Es läuft morgens und abends je eine halbe Stunde. Das sind 0,6 Kilowattstunden am Tag, rund 18 Cent und über 180 Tage etwa 32 Euro.

Ganz anders sieht die Rechnung aus, wenn die Infrarotheizung eine ganze Wohnung heizt. Die Stiftung Warentest hat dafür ein Beispiel gerechnet. Angesetzt sind 100 Quadratmeter, rund 8.000 Watt Gesamtleistung und acht Stunden Betrieb pro Tag in der kalten Jahreshälfte. Das ergibt etwa 11.680 Kilowattstunden. Bei 40 Cent (Stand 2023) sind das knapp 4.700 Euro im Jahr. Mit unseren 30 Cent wären es immer noch rund 3.500 Euro. Ist eine Infrarotheizung also ein Stromfresser? Als Hauptheizung einer ganzen Wohnung ja. Als gezielte Ergänzung in einem Raum, der nur zeitweise genutzt wird, nein.

Für wen sich eine Infrarotheizung lohnt, und für wen nicht

Am besten passt die Infrarotheizung in Räume, die nur zeitweise warm sein müssen. Dazu zählen Homeoffice, Gästezimmer, Bad oder Kinderzimmer, in denen eine zentrale Heizung nicht dauernd laufen soll oder gar nicht hinkommt. Als alleiniges System nennt der ADAC sie nur für gut gedämmte Gebäude mit geringem Wärmebedarf, etwa Neubauten. Im schlecht gedämmten Altbau steigen die Stromkosten dagegen stark. Die Verbraucherzentrale rät für Bestandsgebäude deshalb ausdrücklich ab. Die Stiftung Warentest sieht in ihr eine Notlösung ohne Sparpotenzial. Für zeitlich und örtlich begrenzten Einsatz, etwa im Bad, hält sie sie aber für sinnvoll.

Eigener Solarstrom macht die Rechnung freundlicher. Im Winter, wenn geheizt wird, liefert eine PV-Anlage aber wenig, sodass weiter Netzstrom nötig bleibt. Eine Balkon-PV-Anlage kann die Bilanz nach Einschätzung der Stiftung Warentest verbessern. Wie sich Solarstrom auch ohne Speicher besser nutzen lässt, zeigt unser Beitrag zum PV-Eigenverbrauch ohne Batterie.

Bevor Du ein Paneel kaufst, kläre, ob für Dein Gebäude Vorgaben gelten. Wohnst Du zur Miete oder in einer Eigentümergemeinschaft, entscheidet die Hausverwaltung mit. Auch die Bauordnung Deines Bundeslandes kann eine Rolle spielen. Die Energieberatung Deines Bundeslandes hilft Dir bei der Einordnung.

Infrarotheizung, Wärmepumpe und Gas im Vergleich

Der Blick auf die Alternativen zeigt, warum die Betriebskosten das große Thema sind. Strom kostet mit rund 30 Cent je Kilowattstunde ein Mehrfaches von Gas mit 10 bis 15 Cent. Eine Infrarotheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme. Eine moderne Gasheizung macht aus einer Kilowattstunde Gas rund 0,9. Eine Wärmepumpe liefert aus derselben Kilowattstunde Strom etwa das Dreifache, so die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Rechnerisch landen Wärmepumpe und Gas damit bei grob 10 bis 17 Cent je Kilowattstunde Wärme. Die Infrarotheizung liegt bei 30 Cent.

Auch ein Heizlüfter oder Konvektor setzt aus einer Kilowattstunde Strom nur eine Kilowattstunde Wärme frei. Pro Kilowattstunde kosten sie also dasselbe wie ein Infrarotpaneel. Der Unterschied liegt im Gefühl und im Einsatz. Sie erwärmen die Luft, und der ADAC sieht den Heizlüfter nur für das kurze Aufheizen kleiner Räume wie das Bad. Das Paneel punktet dagegen mit Strahlungswärme und ohne Lüftergeräusch.

Wenn Du ohnehin über eine neue Hauptheizung nachdenkst, lohnt der Blick auf die Wärmepumpe. Wer bereits Heizkörper mit Warmwasser hat, spart mit smarten Thermostaten dagegen schon heute. Dafür muss die Heizung nicht getauscht werden.

Infrarotheizung smart steuern: Steckdose, Sensoren und Automationen

Eine Infrarotheizung ist das ideale Gerät für Smart-Home-Automationen, weil sie schnell reagiert. Nach wenigen Minuten ist die Wärme da, und nach dem Ausschalten verschwindet sie auch wieder. Wer morgens um halb acht ins Homeoffice kommt, möchte nicht schon vorher geheizt haben. Wer zum Lüften das Fenster öffnet, möchte nicht gegen die Heizung anlüften. Genau diese Situationen lassen sich automatisieren. Die Technik dafür bleibt unauffällig: Eine Steckdose mit Verbrauchsmessung schaltet das Paneel. Ein Fenstersensor und ein Bewegungsmelder liefern die Bedingungen dazu.

Die wichtigste Zahl ist die maximale Schaltleistung der Steckdose. Ein Paneel mit 1.000 bis 1.500 Watt braucht eine Steckdose für 16 Ampere, also 3.680 Watt. Die TP-Link Tapo P110M und die Eve Energy (Matter) sind dafür ausgelegt. Beide messen zusätzlich den Verbrauch. Die Homematic IP Schalt-Mess-Steckdose schafft bis zu 2.990 Watt. Das reicht für die meisten Paneele ebenfalls. Mit der Verbrauchsmessung siehst Du in der App, was Dein Paneel tatsächlich zieht. Wie Matter-Steckdosen ihre Werte an Apple Home, Google Home oder Alexa melden, erklärt unser Beitrag zu Matter-Steckdosen mit Strommessung.

Zwei Regeln gehören dazu. Heizgeräte gehören nach den Hinweisen des Innenministeriums Baden-Württemberg nicht an Mehrfachsteckdosen. Diese sind nur für etwa 3.000 bis 3.500 Watt ausgelegt und können überlasten. Die smarte Steckdose steckt also direkt in der Wandsteckdose. Ein fest verdrahtetes Paneel schaltest Du nicht über eine Steckdose. Lass es von einer Elektrofachkraft mit einem passenden Schaltaktor anschließen, der die Leistung des Paneels aushält. Schau außerdem in der Anleitung nach, ob Dein Paneel nach einem Stromausfall selbst wieder anläuft. Nur dann lässt es sich zuverlässig per Steckdose steuern.

Aus diesen Bausteinen wird eine Heizung, die mitdenkt. Ein Zeitplan startet das Paneel zehn Minuten vor Arbeitsbeginn. Ein Tür- und Fenstersensor schaltet es aus, sobald das Fenster offen steht. Ein Bewegungsmelder hält es nur an, wenn jemand im Raum ist. Ein Temperaturwert aus Deinem System sorgt dafür, dass es bei erreichter Wunschtemperatur nicht weiterheizt. Günstige Bausteine dafür gibt es zum Beispiel von tink Basics und Eve mit Matter. So verbraucht das Paneel keinen Strom für leere Räume. Wie Fenster-offen-Regeln bei Heizkörperthermostaten funktionieren, zeigt unser Beitrag zur tado° Fenster-offen-Erkennung.

Was die Elektroheizung im Gesamtverbrauch ausmacht, siehst Du am besten mit einem der smarten Stromzähler. Er sitzt am Zählerschrank und zeigt den Verbrauch des ganzen Hauses.

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Behaglich heizen mit weniger Strom

Ein paar Handgriffe machen den größten Unterschied. Hänge das Paneel so, dass nichts davor steht. Möbel und hohe Pflanzen schirmen die Strahlung ab. Plane einen Abstand von ein bis zwei Metern zu dem Platz, an dem Du sitzt. Gegenüber von Fenstern bringt ein Paneel weniger, weil Glas kaum Wärme speichert. In größeren Räumen sind mehrere kleine Paneele besser als ein großes. Dimensioniere eher knapp als großzügig. Lass das Thermostat die Arbeit machen, statt das Paneel dauerhaft auf voller Leistung zu fahren. Wer den Wärmebedarf senken will, kommt mit besserer Dämmung und einer optimierten Heizung weiter als mit jedem zusätzlichen Gerät. Auch das ist die Einschätzung der Stiftung Warentest. Hast Du eine Warmwasserheizung, zeigt unser Beitrag zum Heizkosten sparen mit smarten Thermostaten, wie viel sich dort herausholen lässt. Die smarten Thermostate sind der einfachste Einstieg.

Fazit: Gezielt eingesetzt sinnvoll, als Hauptheizung zu teuer

Die Infrarotheizung ist eine Wärmequelle für Momente und Räume, nicht für die ganze Wohnung. Sie ist günstig zu kaufen, schnell angebracht und lässt sich gut automatisieren. Bei rund 30 Cent je Kilowattstunde bleibt aber jede Stunde auf voller Leistung eine teure Stunde. Als Ergänzung für Homeoffice, Bad oder Gästezimmer und im sehr gut gedämmten Neubau kann sie passen. Als Hauptheizung im Bestand rechnet sie sich nach Verbraucherzentrale und Warentest nicht. Mit einer smarten Steckdose, einem Fenstersensor und einem Zeitplan läuft sie nur dann, wenn Du sie brauchst.

Du möchtest Dein Paneel nur heizen lassen, wenn Du es wirklich brauchst? Entdecke die smarten Steckdosen mit Verbrauchsmessung bei tink oder stöbere bei TP-Link, Eve und Homematic IP.

Sanne
Sanne
Sanne gehört seit Juni 2026 zur tink-Redaktion. Sie hat einen Hintergrund im Bereich Innenarchitektur und zeigt in ihren Texten, wie nahtlos sich Smart Home in jedes Zuhause einfügt. Ihre eigene Wohnung ist komplett mit intelligenten Thermostaten von tado° ausgestattet und sie schwört auf die praktischen Video-Türklingeln von Ring. Derzeit taucht sie voll und ganz in die Welt der intelligenten Gärten ein und testet die neuesten Mähroboter von Gardena sowie die Außenbeleuchtung von Innr.

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