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Hat Deine Android TV Box mit Backdoor heimlich für Kriminelle gearbeitet?

Ein Hersteller baute die Backdoor selbst ein. In fünf Schritten findest Du heraus, ob Deine TV-Box betroffen sein könnte.

Du schließt eine Android TV Box an, verbindest sie mit Deinem WLAN und meldest Dich bei Netflix an. Auf mehr als 1,3 Millionen Geräten steckte in so einem Kästchen eine Backdoor, die der Hersteller selbst eingebaut hatte. Das sagt Google, nachdem es die Server hinter der Operation mit rechtlichen Schritten abschalten ließ.

Der Hersteller heißt Videostrong Technology und sitzt in Shenzhen. Google geht mit großer Sicherheit davon aus, dass die Firma die Backdoor bewusst gebaut, betrieben und damit Geld verdient hat. Ein Angriff von außen war das also nicht.

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Was hat die Backdoor auf Deiner TV-Box gemacht?

Der Code heißt XCPE und läuft als Systemapp in der Firmware. Eine solche App hat mehr Rechte als alles, was Du selbst installierst. Löschen lässt sie sich nicht: Nach einem Neustart spielt das Gerät sie aus einem geschützten Speicherbereich wieder auf. Zuerst schaltet XCPE die Prüfung durch Google Play Protect ab. Danach kann unbemerkt alles Mögliche nachgeladen werden.

Dieses „Alles Mögliche“ verkaufte Videostrong an kriminelle Partner. Sie luden ihre eigenen Module nach. Manche Boxen riefen unsichtbar Werbung auf, sodass Werbekunden für Aufrufe zahlten, die nie stattgefunden haben. Andere machten aus Deinem Internetanschluss eine Durchgangsstation. Der Datenverkehr Fremder läuft dann über Dein WLAN und sieht aus, als käme er von Deiner Adresse. Stell Dir vor, jemand nutzt Deinen Briefkasten als Postadresse für Pakete, von denen Du nichts weißt.

Google sah außerdem Betreiber, die live Bildschirmfotos machten, Tastatureingaben schickten und Kontodaten kopierten.

Wie kam das durch die Prüfung? Der schädliche Code kam erst nach dem ersten Start aufs Gerät, versteckt hinter verschlüsseltem Code. Google passt die Prüfung von Firmware jetzt an. Videostrong darf keine zertifizierten Android-Geräte mehr bauen und keine Software mehr an andere Hersteller liefern.

Bei 1,3 Millionen bleibt es nicht. Die kriminellen Partner verbreiteten ihre Module auch über andere Wege. Weil ihre Server jetzt offline sind, verlieren laut Google mindestens 10 Millionen weitere infizierte Geräte ihre Betreiber. Es geht vor allem um Android TV Boxen, aber auch um Telemedizin-Geräte, Karaoke-Maschinen und digitale Werbetafeln.

Steht so eine Box unter Deinem Fernseher?

Google nennt keine Marken oder Modelle. Das macht es schwierig. Forscher kauften selbst eine MECOOL-Box und fanden die Backdoor schon darauf, und sie veröffentlichten eine Liste mit 182 Modellnamen, die mit der Kampagne zu tun haben. Ein Modellname allein sagt aber noch nichts über Dein Exemplar.

Ohne Gewissheit hilft eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Schritt 1: Marke und Modell nachschlagen. Steht auf Deiner Box keine Marke oder kein Modell? Kam sie von einem Onlineshop oder Marktplatz, bei dem Du vorher nie bestellt hast? Dann weißt Du schon mehr. Eine bekannte Marke mit eigener Update-Politik kannst Du viel besser einschätzen als ein Kästchen ohne Namen.

Schritt 2: Schau, was Dein Router sieht. Viele Router zeigen pro Gerät, wie viel Datenverkehr anfällt. Eine TV-Box, die nachts weiter hochlädt, obwohl niemand schaut, macht wahrscheinlich mehr als Netflix. Das beweist nichts, ist aber ein Grund, genauer hinzusehen.

Schritt 3: Nicht mehr benutzen, wenn Du zweifelst. Selbst entfernen geht nicht. Sicherheitsexperten sehen nur eine Lösung über den Hersteller, über den Plattformschutz oder durch den Austausch des Geräts. Ein Werksreset räumt vielleicht zusätzlich installierte Module auf, ob die Backdoor selbst verschwindet, ist aber unklar. Der Code steckt schließlich in der Firmware.

Schritt 4: Ändere Deine Passwörter. Betreiber haben Kontodaten kopiert. Ändere deshalb die Passwörter von allem, womit Du Dich auf dieser Box angemeldet hast, etwa Dein Google-Konto und Deine Streamingdienste. Aktiviere, wo es geht, die Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Schritt 5: Ersetze sie durch einen Streamer einer Marke, die Du kennst. Bei einem Streaming-Gerät einer bekannten Marke kommen Software und Updates vom selben Anbieter wie die Hardware. Ein Amazon Fire TV Stick HD reicht für einen Fernseher ohne 4K. Hast Du einen 4K-Fernseher, passt der Fire TV Stick 4K Plus besser.

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Das Thema reicht über den Fernseher hinaus. Kameras, Türklingeln und smarte Steckdosen hängen im selben Netzwerk wie Dein Handy und Dein Laptop. Automatische Updates und Zwei-Faktor-Authentifizierung sind die Basis. Und ein unbekannter Hersteller ohne Update-Politik ist selten eine gute Idee.

Stehen mehrere Fernseher ohne 4K im Haus? Dann tauschst Du sie in einem Rutsch mit einem 2er-Set von Amazon aus, oder Du nimmst einen 4K-Stick für den Fernseher, den Du am meisten nutzt.

Zeit, Deine TV-Box zu ersetzen? Schau Dir alle Streaming-Geräte bei tink an und wähle ein Gerät einer Marke, die Du kennst.

Joshua
Joshua
Joshua verstärkt das tink-Team seit Juli 2025. Er verbindet jahrelange Schreiberfahrung mit einer großen Leidenschaft für technologische Innovationen. Privat nutzt er begeistert Govee für stimmungsvolle Beleuchtung, und auch die smarten Lautsprecher von JBL haben einen festen Platz bei ihm. Er ist immer auf der Suche nach dem nächsten Upgrade für sein Smart Home und experimentiert derzeit ausgiebig mit Philips Hue und Soundcore.

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