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VW Mission Efficiency: Das sparsamste Elektroauto der Welt?

Mit einem Cw-Wert von 0,158 stellt Volkswagen einen neuen Rekord für straßenzugelassene Autos auf. Was dafür nötig war – und was Du davon in einem Auto merkst, das Du bald kaufen kannst.

Volkswagen hat einen Prototyp vorgestellt, der gleich drei Weltrekorde auf einen Schlag bricht – und das Besondere daran: Es ist kein exotisches Laborprojekt. VW Mission Efficiency heißt es, und es fährt und lenkt mit Technik, die größtenteils schon im neuen ID. Polo steckt, einem Auto, das ganz normal beim Händler steht.

Ein Cw-Wert, der alles schlägt

Die wichtigsten Zahlen zuerst. VW Mission Efficiency erreicht einen Cw-Wert (auch Luftwiderstandsbeiwert genannt) von 0,158, kombiniert mit einer Stirnfläche von nur 2,08 Quadratmetern. Der Cw-Wert sagt aus, wie leicht eine Form durch die Luft gleitet: Je niedriger die Zahl, desto weniger Widerstand erfährt das Auto und desto weniger Energie braucht es, um auf Tempo zu bleiben. Stell Dir den Unterschied zwischen Schwimmen in einem engen Anzug oder einer weiten Badehose vor: gleiche Muskelkraft, komplett anderes Ergebnis – nur wegen der Form, die auf das Wasser trifft. Bei einem Auto funktioniert Luft genauso, und bei höheren Geschwindigkeiten wird der Luftwiderstand schnell zum größten Energiefresser, mehr als Rollwiderstand oder Gewicht. Jede Hundertstel-Stelle beim Cw-Wert zählt also mit.

Um diesen Wert zu erreichen, bekam das Auto einen komplett verkleinerten Unterboden, weitgehend verkleidete Räder, Türgriffe, die in die Karosserie integriert sind statt herauszustehen, und ein stark spitz zulaufendes Heck. Der aktuelle Rekordhalter unter Serienfahrzeugen ist der Lucid Air mit einem Cw-Wert von 0,197. VW Mission Efficiency unterbietet das also deutlich, auch wenn es selbst noch kein zertifiziertes Serienfahrzeug ist, sondern ein laut Volkswagen „nahezu serienreifer“ Prototyp.

Der Geist des XL1 – diesmal vollelektrisch

Wer sich noch an den Volkswagen XL1 erinnert, erkennt sofort die Familienähnlichkeit. Der tropfenförmige Plug-in-Hybrid aus dem Jahr 2013 hatte exakt dieselbe Mission: so wenig Energie wie möglich verbrauchen, indem die Form bis zum Äußersten optimiert wird. Der XL1 bekam damals eine kleine Auflage von rund 250 Exemplaren weltweit.

VW Mission Efficiency ist der elektrische Nachfolger dieser Idee, und Volkswagen zieht diese Verbindung auch selbst bewusst. Noch nicht klar ist, ob dieses Auto wie der XL1 irgendwann in einer limitierten Auflage gebaut wird. Konkrete Pläne dafür hat Volkswagen derzeit nicht bekanntgegeben. Was hingegen schon feststeht: Die Technik dahinter – der 99 kW starke Elektromotor und die Hochvoltbatterie aus dem ID. Polo – steckt bereits in einem Auto, das Du heute bestellen kannst.

Von der Theorie in die Praxis

Neben der Aerodynamik testete Volkswagen auch den Praxisverbrauch – und zwar außerhalb des Labors, ganz normal auf der öffentlichen Straße. Auf einer offiziell dokumentierten Fahrt von 1.278,36 Kilometern, vom deutschen Entwicklungszentrum in Wolfsburg über Poznań und Olomouc nach Wien, kam das Auto auf 7,51 kWh pro 100 Kilometer inklusive Ladeverluste, beziehungsweise 6,89 kWh pro 100 Kilometer ohne diese Verluste. Die Durchschnittsgeschwindigkeit während der Fahrt lag bei 67,72 km/h, mit Spitzen bis 138 km/h. Die 54,9-kWh-Nettobatterie wurde unterwegs nur einmal nachgeladen.

Zum Vergleich: Viele gängige Elektroautos vergleichbarer Größe verbrauchen in der Praxis eher zwischen 15 und 20 kWh pro 100 Kilometer. VW Mission Efficiency kommt damit mit weniger als der Hälfte dessen aus, was ein durchschnittliches E-Auto braucht – und zählt damit zu den sparsamsten Elektroautos, die je auf der Straße getestet wurden. Genau das wollte Volkswagen beweisen: Der bestehende Antriebsstrang des ID. Polo bringt, in ein cleveres neues Gewand gesteckt, bereits enorm viel – ganz ohne exotische, teure Technik.

Das Solardach: beeindruckend, aber mit Einordnung

Neben der Form setzt VW Mission Efficiency auch ein 370-Watt-Solarpanelsystem in Dach und Heckklappe ein, das laut Volkswagen unter günstigen Bedingungen bis zu 30 Kilometer zusätzliche Reichweite pro Tag liefern kann. Diese Zahl verdient einen kritischen Blick, denn die gesamte Kategorie der Solardächer bei Autos hat eine Geschichte optimistischer Marketingzahlen, die in der Praxis deutlich enttäuschen.

Zum Vergleich: Das niederländische Unternehmen Lightyear baute für seinen Lightyear 0 ein deutlich größeres Solarsystem, gut für bis zu 70 Kilometer pro Tag unter Idealbedingungen – das Unternehmen selbst nannte aber 35 Kilometer pro Tag realistischer für das bewölkte europäische Klima. Mercedes testete unterdessen selbst einen Prototyp mit einem vergleichbaren integrierten Solardach. Auf einer langen Fahrt unter guten Bedingungen lieferte das System gut 1,8 kWh zusätzliche Energie, umgerechnet rund 24 Kilometer Reichweite. Andere Testfahrten schwankten je nach Wetter und Strecke zwischen knapp 13 und über 43 Kilometern, was vor allem zeigt, wie stark ein solcher Ertrag pro Tag variieren kann. Und der Hyundai Sonata, ein Auto mit Solardach, das schon seit Jahren ganz normal in Serie gebaut wird, liefert in der Praxis rund 1.300 Kilometer pro Jahr, was im Schnitt auf keine 4 Kilometer pro Tag hinausläuft.

VW Mission Efficiency hat mit 370 Watt ein deutlich kleineres System als Lightyears wesentlich teurerer Ansatz, daher sind die 30 Kilometer, die Volkswagen nennt, vermutlich das absolute Best-Case-Szenario. Nette Technik, definitiv einen kostenlosen Bonus wert – aber rechne lieber mit ein paar Kilometern pro Tag im Schnitt statt mit den dreißig aus der Pressemitteilung.

Praktisch: keine Lautsprecher, kein festes Infotainment-Display

Die Kehrseite all dieser Effizienz zeigt sich im Innenraum. Um Gewicht zu sparen, hat Volkswagen ein vollwertiges Lautsprechersystem einfach weggelassen. Die Idee ist, dass Du selbst einen Bluetooth-Lautsprecher mitbringst, wenn Du Musik hören willst. Auch ein festes Infotainment-Display fehlt – diese Rolle übernehmen Smartphone oder Tablet.

Das Auto ist 4.775 mm lang und nur 1.392 mm hoch, mit 2+2-Sitzen und 481 Liter Kofferraum. Vorne sitzt Du vollwertig, aber die beiden hinteren Sitzplätze eignen sich nur für Passagiere bis etwa 1,60 Meter. Das ist eine deutliche Einschränkung für ein Auto, das sich sonst als praktisch nutzbar präsentiert – und genau die Art von Kompromiss, die zu einem Auto gehört, das jedes Gramm Gewicht einsparen will.

Was Du davon praktisch hast

Das Schöne an dieser ganzen Geschichte ist, dass die Technik nicht im Museum bleibt. Der Motor und die Batterie aus VW Mission Efficiency stecken bereits im ID. Polo, und dieselbe MEB+-Plattform mit Frontantrieb bildet auch die Basis für den ID. Cross. Was hier auf dem Weg nach Wien bewiesen wurde, sickert also ganz normal in Autos durch, die Du schon heute bestellen kannst.

Fährst Du selbst schon elektrisch, oder steht das an, dann lohnt sich smartes Laden zu Hause so oder so – egal, welche E-Auto-Marke in Deiner Einfahrt steht. Die Anker SOLIX Wallbox plant das Laden automatisch für die Momente, in denen Strom am günstigsten ist, statt einfach den Stecker einzustecken und zu hoffen, dass es gutgeht.

Thomas
Thomas
Thomas arbeitet bereits seit einigen Jahren bei tink, hat aber kürzlich auch den Schritt zum Blog gewagt, um seine Erfahrungen aus der Praxis zu teilen. Als echter Gadget-Freak erklärt er die modernsten Smart-Home-Lösungen auf leicht verständliche Weise. Sein gesamtes Haus basiert auf einem Apple Home-Ökosystem, und er automatisiert seine Abläufe gerne mit den intelligenten Sensoren von Eve. Derzeit testet er ausgiebig das neueste Multiroom-Audiosystem von Sonos und testet, wie intelligente Türschlösser von Nuki seinen Alltag erleichtern.

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