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Aus einem alten Android-Tablet wird ein Home-Assistant-Satellit: Das kann Kiosk Satellite

Ein altes Tablet aus der Schublade wird zum Wandpanel mit Wake Word, Gegensprechanlage und Bluetooth-Proxy. So richtest Du Kiosk Satellite ein und das kann die App.

Ein Home Assistant Tablet an der Wand zeigt meistens ein Dashboard und sonst nichts. Kiosk Satellite von Entwickler Xavier Larrea holt mehr aus einem alten Android-Tablet heraus: Die App hört auf ein Wake Word, spielt Musik im Gleichschritt mit Deinen Lautsprechern, weckt den Bildschirm per Kamera, verbindet Räume per Gegensprechanlage und bindet Bluetooth-Geräte in der Umgebung als Proxy ein. Für den privaten Gebrauch kostet sie nichts.

Kiosk Satellite: Aus dem Tablet wird eine Pförtnerloge für Dein Smart Home

Ein normales Dashboard funktioniert wie ein Schaufenster: Du schaust hinein und tippst auf Kacheln, mehr passiert nicht. Kiosk Satellite macht daraus eine Pförtnerloge. Das Tablet hört zu, sieht, wer vorbeikommt, nimmt Anrufe an, spielt Ansagen ab und gibt Home Assistant Bescheid, was in seiner Umgebung los ist.

Dafür bringt die App einen ESPHome-Server mit, ohne dass Du ein Add-on oder eine zusätzliche Integration installierst. Bildschirm, Helligkeit und Lautstärke tauchen in Home Assistant als steuerbare Entitäten auf, Bewegung, Lichtstärke, Akkustand und Anwesenheit als Sensoren. Damit taugt das Tablet in Automationen wie jeder andere Sensor auch.

Was auf dem Panel passiert, hängt an den Geräten dahinter. Ein smartes Türschloss wie das Nuki Smart Lock liefert den Türstatus, der Eve Motion meldet Bewegung im Flur, und eine Messsteckdose wie die Eve Energy zeigt, was angeschlossene Geräte ziehen.

Home Assistant Tablet einrichten: APK, Token und Dashboard

Kiosk Satellite läuft ab Android 7.0 und braucht einen Home-Assistant-Server, den das Tablet im Netzwerk erreicht. Welche Hardware dafür taugt, erklärt der Beitrag zur Home Assistant Hardware, und wer erst einmal verstehen will, was hinter dem Namen steckt, liest Was ist Home Assistant?.

Die Installation läuft über eine APK-Datei, die Du von der GitHub-Seite des Projekts (jxlarrea/kiosk-satellite) lädst. Android fragt dabei nach der Erlaubnis für Installationen aus dieser Quelle, die Du danach am besten wieder entziehst. Im Einrichtungsassistenten verbindest Du die App über ein langlebiges Zugriffstoken mit Home Assistant, das Du in Deinem Profil erzeugst, und wählst das Dashboard, das angezeigt werden soll.

Wer lieber am Rechner einstellt, aktiviert im Assistenten die Fernverwaltung und ruft danach die IP-Adresse des Tablets im Browser auf, Port 2324. Dort ändern sich alle Einstellungen, außerdem gibt es Live-Screenshots, Logs und Backups der Konfiguration. Die Sprachfunktion meldet sich in Home Assistant unter Geräte und Dienste als entdecktes Gerät. Für Fire-Tablets, den Meta Portal und den Raspberry Pi 4 gibt es eigene Geräteanleitungen.

Die Optionsliste ist lang. Am besten startest Du mit Sprache und Bildschirmschoner und ergänzt den Rest, sobald das Panel im Alltag läuft.

Home Assistant Tablet als Sprachassistent

Kiosk Satellite bringt einen eigenen Assist-Satelliten mit. Das Wake Word wird direkt auf dem Tablet erkannt, auch bei ausgeschaltetem Bildschirm. Mit aktivierter Hintergrunderkennung klappt das sogar, während eine andere App im Vordergrund läuft. Eine zusätzliche Voice-Integration auf dem Server brauchst Du dafür nicht.

Als Erkennung unterstützt die App vsWakeWord (ein Premium-Modell), openWakeWord und microWakeWord. Zwei Wake Words lassen sich parallel belegen, jedes mit einer eigenen Assist-Pipeline, zum Beispiel eines für den Alltag und eines für eine zweite Sprache.

Timer, Ansagen und Signaltöne laufen wahlweise auf dem Tablet oder auf einem anderen Lautsprecher im Haus. Das Mikrofon funktioniert auch auf Dashboards, die nur per HTTP erreichbar sind, ein HTTPS-Zertifikat ist für die Sprachsteuerung also keine Voraussetzung. Ein Wecker klingelt sogar ohne Netzwerk und ohne Home Assistant, auf Wunsch mit einem Bildschirm, der vorher langsam heller wird.

Musik, Kameras und Bildschirmschoner

Musik im ganzen Haus

Für Musik spielt Kiosk Satellite Music Assistant über Sendspin ab. Mehrere Tablets lassen sich synchron gruppieren, eine Warteschlange gibt es ebenfalls. Wer vorhandene Lautsprecher nutzen will, lässt das Tablet stattdessen einem Home-Assistant-Player oder einem Sonos-Lautsprecher folgen. Die Vollbildansicht zeigt Cover, Steuerung und, wenn vorhanden, synchronisierte Songtexte. Dazu kommt DLNA-Wiedergabe von Controllern im Heimnetz.

Kameras und Gesten

Bis zu zwölf Kameras zeigt die App in eigenen Ansichten, importiert aus Home Assistant oder go2rtc. Eine Ansicht öffnet sich per Automation, etwa wenn es klingelt, oder Du hältst die passende Anzahl Finger vor die Kamera des Tablets. Umgekehrt streamt die Frontkamera per RTSP und erscheint in Home Assistant als Kamera-Entität. Auch ein Klatschen oder ein Tipp auf eine Bildschirmecke kann eine Aktion auslösen.

Bildschirmschoner mit Informationen

Als Bildschirmschoner laufen Fotoalben aus Immich, Home Assistant oder vom Gerät, große Uhren im digitalen, Flip- oder Roller-Stil und Weather Mood, ein animierter Himmel, der den Wetterzuständen aus Home Assistant folgt. Eine At-a-Glance-Leiste legt ausgewählte Zustände darüber, zum Beispiel ob das Schloss verriegelt ist, sodass der Bildschirm dafür nicht aufwachen muss.

Aufwecken kannst Du das Tablet durch Bewegung, ein erkanntes Gesicht oder Anwesenheit, die auch aus einer Home-Assistant-Entität stammen darf. Zeitpläne und der Lichtsensor des Tablets bestimmen, wann der Schoner startet und wie hell der Bildschirm leuchtet.

Gegensprechanlage, Bluetooth-Proxy und mehrere Tablets

Kioske im selben Netzwerk rufen sich gegenseitig an oder schicken eine Durchsage an alle Tablets. Der Ton läuft direkt zwischen den Geräten, ohne Server dazwischen. Pro Tablet legst Du fest, ob es klingelt, nach einem Signalton automatisch annimmt oder nicht gestört werden will. Ein eingehender Anruf weckt einen dunklen Bildschirm und erscheint über dem Bildschirmschoner.

Der optionale Bluetooth-Proxy macht das Tablet zum Funkrelais für Bluetooth-Geräte in der Nähe, wie es sonst ein ESPHome-Bluetooth-Proxy tut. Home Assistant kann darüber auch Schlösser und Taster erreichen. Sind mehrere Tablets verteilt, übernimmt bei schwachem Signal automatisch der Proxy, der näher am Gerät sitzt.

Bei mehreren Wandtablets nimmt Dir die Flottenverwaltung die Routinearbeit ab: Ein Tablet ist der Leader und verteilt Konfigurationsprofile und Updates an die anderen, während jedes seinen eigenen Namen, seine eigene Home-Assistant-Verbindung und seine Hardware-Einstellungen behält. Der Kiosk-Modus sperrt die App per PIN, blendet die Systemleisten aus und bietet eine versteckte Geste zum Verlassen.

Akku und Lizenz: Das solltest Du vor dem Start wissen

Ein Akku, der dauerhaft auf 100 Prozent gehalten wird, altert schneller. Kiosk Satellite meldet den Akkustand an Home Assistant, und daraus entsteht eine kleine Routine: Fällt der Ladestand unter einen Schwellenwert, schaltet eine smarte Steckdose das Ladegerät ein, ist er wieder hoch genug, schaltet sie es aus. Eine Matter-Steckdose von Eve zeigt nebenbei, was das Panel an der Wand tatsächlich zieht.

Bei der Lizenz lohnt ein genauer Blick. Der Quellcode liegt offen auf GitHub, die App steht aber unter CC BY-NC-ND 4.0. Das erlaubt die private, nicht kommerzielle Nutzung, jedoch weder den gewerblichen Einsatz noch die Weitergabe veränderter Versionen. Für Dein Zuhause spielt das keine Rolle, für ein Büro oder einen Laden schon. Das Projekt ist unabhängig und gehört nicht zu Home Assistant selbst.

Für wen lohnt sich ein Home Assistant Tablet mit Kiosk Satellite?

Wer ein iPad an der Wand hängen hat, ist mit HomeView 3.0 oder HomePad besser bedient. Kiosk Satellite spielt seine Stärken aus, wenn das Tablet Android läuft und mehr leisten soll als Dashboard-Anzeige: Sprache im Flur, Musik in der Küche, Gegensprechanlage zwischen den Etagen. Das Layout baust Du weiterhin in Home Assistant, Anregungen dazu liefert der Beitrag Home Assistant Dashboard erstellen mit Sections. Ein Home Assistant Tablet lohnt sich damit vor allem dort, wo ohnehin ein altes Gerät herumliegt.

Läuft die Musik aus dem Tablet synchron zu Deinen Lautsprechern, klingt die Küche gleich anders. Wenn Dir dafür noch die passende Hardware fehlt, wirf einen Blick auf das Sortiment von Sonos bei tink: Vom Era 100 bis zum Era 300 findest Du smarte Lautsprecher für Multiroom-Audio, deren Wiedergabe das Tablet in der Vollbildansicht anzeigen kann.

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Thomas
Thomas
Thomas arbeitet bereits seit einigen Jahren bei tink, hat aber kürzlich auch den Schritt zum Blog gewagt, um seine Erfahrungen aus der Praxis zu teilen. Als echter Gadget-Freak erklärt er die modernsten Smart-Home-Lösungen auf leicht verständliche Weise. Sein gesamtes Haus basiert auf einem Apple Home-Ökosystem, und er automatisiert seine Abläufe gerne mit den intelligenten Sensoren von Eve. Derzeit testet er ausgiebig das neueste Multiroom-Audiosystem von Sonos und testet, wie intelligente Türschlösser von Nuki seinen Alltag erleichtern.

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