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OnePlus zieht sich aus Europa zurück: Das traurige Ende von „Never Settle“

Nach zwölf Jahren, in denen die einst so rebellische Marke OnePlus den Smartphonemarkt kräftig aufgemischt hat, zieht sie sich diesen Monat endgültig aus Europa zurück und lässt eine große Zahl treuer Fans zurück.

Weißt Du noch, wie besonders es sich anfühlte, 2014 ein Invite-Ticket für das allererste OnePlus One zu ergattern? Es war eine digitale Schnitzeljagd, die Dir sofort das Gefühl gab, Teil eines exklusiven, rebellischen Clubs zu sein. Du hattest ein fantastisches Smartphone in der Hand, das die teure Konkurrenz von Apple und Samsung mühelos ausstach – und das für einen Bruchteil des Preises. Das Motto „Never Settle“ war Programm: keine Kompromisse bei überteuerten Geräten.

Jetzt, im Juli 2026, ist dieser rebellische Traum endgültig vorbei. Nach Jahren voller Gerüchte war es nur eine Frage der Zeit, und nun ist es offiziell: OnePlus zieht sich aus Europa zurück. Mutterkonzern OPPO hat in einer nüchternen, geschäftsmäßigen Pressemitteilung bekanntgegeben, dass sich OnePlus vollständig aus Europa und Nordamerika zurückzieht. Für die Tech-Community und die Fans der ersten Stunde ist das nicht nur eine große Enttäuschung, sondern vor allem ein unwürdiger Abschied von einer Marke mit einem großartigen Erbe.

Die nüchternen Fakten: Was passiert jetzt?

Während eines kurzen Online-Briefings hat OPPO die Pläne für die nahe Zukunft erläutert. Für aktuelle und zukünftige Besitzer eines OnePlus-Geräts gibt es einige harte Fakten zu beachten.

Keine neue Hardware mehr

Die wichtigste Ankündigung: Die europäischen Regale bleiben ab sofort leer. Das kürzlich vorgestellte OnePlus 16 und alle zukünftigen Flaggschiffe der Marke werden nie einen offiziellen Release in Europa oder Nordamerika erhalten. Selbst importieren ist zwar weiterhin möglich, bringt aber oft Probleme mit Netzbändern und Softwaresprachen mit sich.

Garantie und Service bleiben bestehen

Zum Glück gibt es auch Entwarnung für alle, die sich gerade erst ein neues Gerät zugelegt haben. OPPO hat ausdrücklich versprochen, dass alle laufenden Garantiebedingungen und Serviceleistungen eingehalten werden. Geht Dein Telefon innerhalb der Garantiezeit kaputt, wird es ganz normal repariert oder ersetzt.

Der Todesstoß für OxygenOS

Das ist der Schritt, der den Puristen am meisten wehtut. Das beliebte, aufgeräumte Betriebssystem OxygenOS wird in den kommenden Monaten schrittweise durch OPPOs eigenes ColorOS ersetzt. Dir wird also demnächst ein verpflichtendes Update angeboten, das die komplette Oberfläche Deines Telefons verändert. Technisch gesehen kannst Du dieses Update ablehnen und zu einer älteren OxygenOS-Version zurückkehren – verlierst dann aber sofort den Zugang zu künftigen, dringend benötigten Sicherheitsupdates.

Warum der „Flaggschiff-Killer“ sterben musste

Der abrupte Rückzug von OnePlus aus unserer Region kommt natürlich nicht aus dem Nichts. Er ist die direkte Folge einer tiefgreifenden strategischen Umstrukturierung bei BBK Electronics, dem gigantischen Mutterkonzern hinter Marken wie OPPO, Vivo, OnePlus und Realme.

Margen unter enormem Druck

Der weltweite Smartphonemarkt steht schon seit geraumer Zeit unter Druck. Steigende Kosten für Speicherchips und andere wichtige Komponenten sorgen dafür, dass die Gewinnmargen immer weiter schrumpfen. Um nicht länger in denselben Ländern mit sich selbst zu konkurrieren, konzentriert sich BBK jetzt pro Region auf jeweils nur noch eine Marke.

Eine neue Aufteilung der Landkarte

In Zentraleuropa, wozu auch Deutschland, Österreich und die Schweiz zählen, fließen ab sofort alle Energie, Marketingbudgets und Vertriebswege ausschließlich in OPPO. Die Schwestermarke Realme bekommt den Fokus in Nordeuropa. OnePlus wird zur Regionalmarke degradiert und zieht sich fast vollständig auf den Heimatmarkt China und, vorerst zumindest, Indien zurück.

Die schleichende Aushöhlung der Seele

Für alle, die Smartphone-Geschichte lieben, tut dieser Abschied ziemlich weh. Die ursprüngliche Formel von OnePlus war so schön einfach: den derzeit besten Prozessor nehmen, aufgeräumte Software installieren und das Gerät für unter 300 Euro verkaufen. Es war eine Ohrfeige für das etablierte Establishment.

Der Niedergang begann eigentlich schon, als die Marke in den letzten Jahren zunehmend ihre eigene, einzigartige Identität verlor. Die Preise krochen schleichend Richtung 1000 Euro. Mitgründer Carl Pei verließ das Unternehmen, um sein eigenes Unternehmen Nothing zu gründen, und die enge Umarmung durch Mutterkonzern OPPO wurde Jahr für Jahr erdrückender. Der legendäre „Alert Slider“ an der Seite des Geräts verschwand zeitweise, die Software wurde hinter den Kulissen bereits von OPPO-Code übernommen, und der rebellische Charakter war schlicht verschwunden.

Was bleibt den Fans?

Mit dem Verschwinden von OnePlus verliert der europäische Markt einen ihrer farbenfrohsten Antreiber. OPPO versucht, den Schmerz für die Fans mit speziellen Wechselangeboten zur OPPO Reno- oder Find-Serie noch etwas abzumildern, doch für echte Liebhaber fühlt sich das wie ein mageres Trostpflaster an.

OnePlus forderte den Markt heraus, zwang die großen Player zu Innovation und bewies, dass Du für absolute Top-Spezifikationen nicht blind den Höchstpreis zahlen musstest. Dass dieses legendäre Märchen nun mit einer trockenen Mitteilung und einem erzwungenen Software-Update auf ColorOS endet, ist ein trauriger Schlussstrich unter mehr als ein Jahrzehnt großartiger Techgeschichte.

Jetzt, da OnePlus endgültig verschwindet, ist das vielleicht der ideale Moment, um auf ein komplettes und zuverlässiges Ökosystem umzusteigen, das perfekt mit Deinem Smart Home zusammenarbeitet. Entdecke, wie Du Dein Zuhause und Deine Beleuchtung nahtlos mit der cleanen Integration von Google Home steuerst, oder erkunde die endlosen, sicheren Möglichkeiten von Apple Home für ein zukunftssicheres Setup.

Joshua
Joshua
Joshua verstärkt das tink-Team seit Juli 2025. Er verbindet jahrelange Schreiberfahrung mit einer großen Leidenschaft für technologische Innovationen. Privat nutzt er begeistert Govee für stimmungsvolle Beleuchtung, und auch die smarten Lautsprecher von JBL haben einen festen Platz bei ihm. Er ist immer auf der Suche nach dem nächsten Upgrade für sein Smart Home und experimentiert derzeit ausgiebig mit Philips Hue und Soundcore.

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